EnBW-Führung

EnSO: Neue Energieholdung in Sachsen gegründet

Gestern wurde in Sachsen die EnSO Energie Sachsen Ost GmbH gegründet. Unter Führung der EnBW will die Beteiligungsgesellschaft die Zusammenarbeit zwischen ESAG und GASO besonders in den Bereichen Verwaltung, Netzführung und Vertrieb vertiefen. Die Angebote im Versorgungsbereich werden gebündelt.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Dresden (red) - In Ostsachsen haben Kommunen und Privatwirtschaft gestern die EnSO Energie Sachsen Ost GmbH gegründet. In diese Beteiligungsgesellschaft bringen kommunale und private Eigner ihre Anteile an der ESAG Energieversorgung Sachsen Ost AG und an der Gasversorgung Sachsen Ost GmbH (GASO) ein. Die Führung der EnSO übernimmt die EnBW Energie Baden-Württemberg AG über ihr 100-prozentiges Tochterunternehmen GESO Beteiligungs- und Beratungs AG.

Die GESO ist mit 50,3 Prozent an der EnSO beteiligt. Daneben halten ThüBet AG (Thüga/E.ON) 14,5 Prozent sowie die KBO Kommunale Beteiligungsgesellschaft an der Energieversorgung Sachsen Ost mbH und der Zweckverband Energie Ostsachsen zusammen 35,2 Prozent der Anteile. Demnach ist die EnSO Energie Sachsen Ost GmbH künftig neben HEW (Vattenfall Europe AG, 29,1 Prozent) und kommunalen Aktionären (2,0 Prozent) mit 68,9 Prozent an der ESAG beteiligt. Die Anteile an der GASO werden vollständig bei der EnSO liegen.

Die EnSO wurde mit dem Ziel gegründet, die Zusammenarbeit zwischen ESAG und GASO besonders in den Bereichen Verwaltung, Netzführung und Vertrieb zu vertiefen und durch die Nutzung von Synergien zu optimieren. Beide Unternehmen unterhalten in derselben Region Netze und zahlreiche Kundenbeziehungen. Durch die Bündelung der vormals getrennten Geschäftsaktivitäten soll ein umfassendes Produktportfolio von Strom, Gas, Wärme und Wasser geboten werden. "Wir setzen damit zum einen unsere für beide Seiten vorteilhafte Zusammenarbeit mit den Kommunen fort", erläutert Dr. Detlef Schmidt, Aufsichtsratsvorsitzender der EnSO und Vorstand für Marketing und Vertrieb der EnBW AG. "Zum anderen baut die EnBW mit diesem Schritt ihre Präsenz in Sachsen aus und unterstreicht damit die Bedeutung dieser Region."

Zu Geschäftsführern der EnSO, die rückwirkend zum 1.1.2004 gegründet wurde, sind Siegmund Meßmer (Vorsitzender), Herbert Marquardt und Dr. Christof Regelmann bestellt. Vor dem Hintergrund der zu erwartenden Mehraufwendungen durch die Umsetzung der vom Gesetzgeber geforderten Trennung (Unbundling) der Netzaktivitäten vom übrigen Geschäft sagte Siegmund Meßmer: "Die EnSO kommt zum richtigen Zeitpunkt. Wir werden in den technischen und kaufmännischen Bereichen der Unternehmen sehr eng zusammenarbeiten. Dadurch wollen wir die Mehraufwendungen möglichst kompensieren, so dass unsere Kunden keine nennenswerten Nachteile aus gesetzlichen Regelungen erleiden müssen."

Das könnte Sie auch interessieren
  • Stromrechnung

    Talfahrt bei RWE und Eon: Gibt es noch Lichtblicke?

    Die beiden Stromriesen RWE und Eon stecken in der Klemme. Beim Umstieg auf erneuerbare Energien hinken beide Firmen hinterher. Werden das bald die Stromkunden mit steigenden Preisen ausbaden müssen?

  • Index

    Stellenabbau bei RWE & Co.: Tausende Jobs fallen weg

    Den deutschen Energieversorgern RWE, Eon und EnBW geht es an den Kragen und damit auch seinen Angestellten. Bei allen drei Unternehmen stehen Sparmaßnahmen an, die unter anderem Stellenstreichungen und Gehaltskürzungen nach sich ziehen.

  • Stromnetz Ausbau

    Energieversorger drängen auf schlanken Regulator

    Der Auftrag der Regulierungsbehörde müsse "klar definiert und begrenzt" sein, der Gesetzgeber sollte möglichst viele normative Regelungen erlassen. Diese Ansicht bekräftigte Klaus Rauscher, Vattenfall Europ-Chef und Präsident des Verbandes der Verbundunternehmen und Regionalen Energieversorger (VRE), heute in Berlin.

  • Strom sparen

    enviaM erwirbt Beteiligung an den Stadtwerken Lichtenstein

    Die envia Mitteldeutsche Energie AG übernimmt 94,9 Prozent der Geschäftsanteile der Stadtwerke Lichtenstein GmbH, die Stadt Lichtenstein wird die verbleibenden 5,1 Prozent halten. Der Kaufpreis wird auf 11,5 Millionen Euro beziffert. enviaM ist nun an 21 Stadtwerken beteiligt, mit 31 Stadtwerken unterhält man Vertriebspartnerschaften.

  • Stromtarife

    EnBW-Hauptversammlung: Trendwende auf der Ertragsseite

    Dr. Utz Claassen absolvierte heute in Karlsruhe seine erste Hauptversammlung mit Bravour. Vor den etwa 2000 anwesenden Aktionären konnte er das miserable Ergebnis der EnBW in 2003 mit positiv stimmenden ersten Quartalszahlen für 2004 neutralisieren. Vorgänger Goll blieb die Entlastung jedoch versagt.

Top