Enquete-Kommission: Erdöl wird demnächst Fördermaximum erreichen

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com
Kürzlich fand in der Energie-Enquete-Kommission im Deutschen Bundestag eine Anhörung zur "Weltenergienachfrage und Ressourcenverfügbarkeit" statt. Die Mitglieder befragten deutsche und internationale Experten zur Entwicklung des Weltenergiebedarfs, den Reserven und Ressourcen sowie den sich daraus ergebenden Problemen. Das Fazit von Axel Berg, Sprecher der SPD-Fraktion in der Energie-Enquete-Kommission: "Die Ergebnisse sind gleichermaßen beruhigend wie beunruhigend."


Die Kommission erfuhr, dass die Reserven an fossilen Energien noch für einige Jahrzehnte ausreichen werden, dass sich allerdings das Klimaproblem weiter massiv verschärfen wird, sollten sie alle weiter verbraucht werden. Erdöl wird hingegen in den nächsten Jahren sein Fördermaximum erreichen, während Gas noch für einige Zeit reicht. Berg: "Das sich aus diesen Tatsachen ergebende Konfliktpotential ist gewaltig: Die Reserven der Industrieländer sind bald erschöpft und alle Schwellen- und Entwicklungsländer brauchen mehr Energie für ihre wirtschaftliche Entwicklung."


Aus diesem Grund zieht der SPD-Politiker ein eher ernüchterndes Fazit: "Das träge System der fossil/atomaren Energiewirtschaft fährt wie die Titanic auf Kurs, die Kapitäne sind blind oder nicht an Bord und so wird dieser Tanker wohl gegen einen Fels laufen, der aus Luft besteht: die Atmosphäre. Es wird höchste Zeit aufzuwachen und trotz halbgefüllter Speisekammer zu sehen, dass ein neues Energiezeitalter notwendig ist. Die vielen kleinen Auseinandersetzungen und Konflikte des Alltags sind Vorboten von Verteilungskämpfen um Energie, um Land, um Lebensmöglichkeiten unserer Kinder. Wer verantwortungsvoll mit deren Zukunft umgehen will, muss sehen, dass es höchste Zeit ist für eine deutliche Kurskorrektur in Richtung der drei rot-grünen Säulen: Einsparung, Effizienz und Erneuerbare Energien. Die Regierungskoalition wird - auch wenn es manchmal ein bisschen weh tut - den Weg des Umsteuerns weitergehen. Aber besser rechtzeitig den Kurs wechseln als untergehen."

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