VDEW-Leistungsbilanz

Energiewirtschaft plant Investitionen von 80 Milliarden Euro

Die deutsche Energiewirtschaft plant in den kommenden Jahren milliardenschwere Investitionen. Bis 2020 werde rund ein Drittel des deutschen Kraftwerksparks ersetzt, was Investitionen von 40 Milliarden Euro entspreche, teilte der Präsident des Verbandes der Elektrizitätswirtschaft (VDEW), Werner Brinker, in Berlin mit.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Nochmals derselbe Betrag werde von den 900 Stromunternehmen in Deutschland in den Ausbau der Netze fließen. In diesem Jahr würden die Investitionen erstmals wieder seit 1999 die Vier-Milliarden-Marke überschreiten, sagte Brinker.

"Die deutsche Stromwirtschaft stellt jährlich eine Leistungsbilanz über Angebot und Nachfrage im Strommarkt auf. Diese Kontrolle der Auslastung der Kraftwerkskapazitäten ist ein wichtiges Instrument zur Vorsorge", berichtete Brinker. Im Winter 2004/2005 sei die Auslastung der Kraftwerke auf rund 90 Prozent gestiegen. Sie habe damit höher gelegen als die Auslastung im Verarbeitenden Gewerbe von 84 Prozent. Die Anforderungen an die Kraftwerke stiegen um 900 Megawatt oder gut ein Prozent auf 77.200 Megawatt, ermittelte der Verband der Netzbetreiber - VDN - beim VDEW. Wichtigster Grund für den Zuwachs sei die kühlere Witterung gewesen.

Brinker betonte besonders die Versorgungsqualität der Branche. Die Ausfallquote habe 2004 nur rund 23 Minuten je Kunde betragen. In Frankreich sei der Wert mit 59 Minuten mehr als doppelt so hoch gewesen. In Großbritannien habe die Ausfallzeit mit 78 Minuten je Kunde gut dreimal so hoch gelegen wie in Deutschland.

Zum neuen Energiewirtschaftsgesetz, das Mitte 2005 in Kraft trat, sagte er, es habe den Unternehmen mehr Rechtssicherheit gebracht. "Die Politik ist aber bis heute die Antwort schuldig geblieben, wie ein zukunftsgerichtetes energiepolitisches Gesamtkonzept aussehen soll", kritisierte Brinker. Der VDEW-Präsident forderte, "die vielen nicht aufeinander abgestimmten Energie- und Umweltgesetze endlich zusammenzuführen."

"Die deutsche Energiepolitik darf nicht an der Landesgrenze enden", so Brinker. Deutschland liege im Zentrum des europäischen Binnenmarktes und sei fest eingebunden in die Entwicklung am globalen Energiemarkt. "Eine zukunftsgerichtete Energiepolitik muss Lösungen im europäischen Rahmen finden", betonte Brinker. "Die neue Bundesregierung hat nun die Chance, Kurskorrekturen vorzunehmen."

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