Forderung

Energiewirtschaft: AKW-Laufzeiten schnell verlängern

Die Energiewirtschaft dringt auf eine rasche Verlängerung der Laufzeiten deutscher Atomkrafdtwerke. EnBW-Chef Hans-Peter Villis forderte von der Bundesregierung, auf die Abschaltung alter Atomkraftwerke zu verzichten, bis es zu einer entgültigen Änderung des Atomgesetzes kommt.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/red) - Villis forderte ein "Moratorium" für Kernkraftwerke, die wie der EnBW-Meiler Neckarwestheim 1 kurz vor der Abschaltung stehen. Die Bundesregierung habe im Koalitionsvertrag zwar ihre grundsätzliche Bereitschaft erklärt, über Laufzeitverlängerungen nachzudenken. Bis zu einer endgültigen Änderung des Atomgesetzes könne jedoch einige Zeit verstreichen. Um in dieser Übergangsphase die Abschaltung von Atomkraftwerken zu vermeiden, werde ein Moratorium gebraucht.

BDEW: Erneuerbare Energien reichen nicht

Die Chefin des Energieverbandes BDEW, Hildegard Müller sagte, trotz der zunehmenden Bedeutung der regenerativen Energien werde Deutschland noch Jahrzehnte Strom aus konventionellen Quellen brauchen. Sie vermisse eine "sachliche und offene Diskussion darüber, wie es mit Kohle-, Gas- und Kernenergie im Ergänzungsmix zu den erneuerbaren aussieht". Die Regelung über längere Laufzeiten müsse "wettbewerbsneutral sein und allen Unternehmen der Branche zugute kommen". Müller rechnet mit einer entsprechenden Vereinbarung bis Oktober 2010.

Brüderle fordert Forschungsoffensive

Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) betonte am Wochenende: "Die Kernenergie kann uns helfen, den Weg in die Energieversorgung der Zukunft zu gehen." Erneuerbaren Energien sollten langfristig den Hauptanteil der Versorgung tragen. Dies gelte nicht nur für Strom, sondern auch für Wärme und Mobilität. Er forderte eine entsprechende Innovationsoffensive, die Speichertechnologien, intelligente Netze und Elektromobilität beinhalten sollte. Kernenergie könne einen Beitrag zur kostengünstigen und CO2-freien Stromversorgung leisten. Gewinne aus Laufzeitverlängerungen sollten "für den schnelleren Umstieg" genutzt werden.

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