Bilanz

Energiewende zentrales Thema im UBA-Jahresbericht

Bei der Vorstellung des UBA-Jahresberichts betonten Trittin und Troge, dass eine neue Chemikalienpolitik, die künftige Abfallwirtschaft und eine moderne Energiepolitik nicht nur der Umwelt und dem Klima diene, sondern auch Impulse für wirtschaftliche Entwicklung und Beschäftigung gebe.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Berlin (red) - Der Umweltschutz eröffnet in vielen Bereichen Chancen für Innovationen. Darauf wiesen Umweltminister Jürgen Trittin und der Präsident des Umweltbundesamtes (UBA), Prof. Dr. Andreas Troge, bei der Vorstellung des UBA-Jahresberichtes 2003 hin. Trittin und Troge betonten, dass eine neue Chemikalienpolitik, die künftige Abfallwirtschaft und eine moderne Energiepolitik nicht nur der Umwelt und dem Klima diene, sondern auch Impulse für wirtschaftliche Entwicklung und Beschäftigung gebe.

Mit dem neuen EU-Chemikalienrecht soll ein einheitliches System zur Registrierung, Bewertung und gegebenenfalls Zulassung von Chemikalien geschaffen werden. Künftig dürfen grundsätzlich nur noch systematisch untersuchte und als vertretbar eingestufte Substanzen in der EU hergestellt und hierher importiert werden. Troge wies darauf hin, dass das Umweltbundesamt bereits die Umweltverträglichkeit aller neuen und einzelner alter Stoffe bewertet.

Für die Abfallentsorgung wird 2005 ein Schlüsseljahr werden, heißt es in dem Bericht weiter. Ab Juni nächsten Jahres dürfen keine unvorbehandelten Siedlungsabfälle mehr deponiert werden. Außerdem müssen ab diesem Datum grundsätzlich die Deponien für Siedlungsabfall, die bestimmten Anforderungen der Abfallablagerungsverordnung nicht genügen, geschlossen werden.

Auch in der Energiepolitik würden in Deutschland derzeit wichtige Weichen gestellt. Ein Großteil des Kraftwerkparks müsse in den kommenden Jahren erneuert werden. Dazu werden Milliardeninvestitionen nötig sein. "Diese Chance sollten wir nutzen, die Energieversorgung langfristig zu sichern, dauerhaft umweltgerecht und klimaverträglich zu gestalten", sagte UBA-Präsident Troge. Noch basiere die Energieversorgung zu 97 Prozent auf fossilen Energieträgern wie Kohle, Öl oder Gas und der Atomenergie. "Wir haben in den vergangenen Jahren mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien die ersten Schritte in Richtung einer solchen Energiepolitik gemacht. Rückschritte können wir uns nicht leisten. Wenn wir die Energieversorgung auf ein neues Fundament stellen, bietet sich auch die Chance, das energietechnische Wissen in Deutschland als Wettbewerbsfaktor zu stärken", so Troge weiter. Die erneuerbaren Energien decken heute knapp acht Prozent des Strombedarfs.

Der UBA-Präsident betonte, dass sich der Blick nicht nur auf die Erzeugung der Endenergie richten dürfe. Kurzfristig sei es viel wirksamer, die vorhandene Energie effizienter und sparsamer zu nutzen. Troge: "Energie ist zu kostbar, um sie zu vergeuden. Deshalb müssen wir mit dem Energieverbrauch deutlich runter. Wie groß die Einsparpotenziale sind, zeigt die Tatsache, dass in den deutschen Haushalten und Büros jährlich allein für die Leerlaufverluste und den Stand-by-Betrieb von Haushaltsgeräten, EDV und Unterhaltungselektronik Strom im Wert von 3,5 Milliarden Euro verschwendet wird."

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