Testlauf

Energieversorgung Offenbach startet Tiermehlmitverbrennung

Statt Steinkohle: Im EVO-Heizkraftwerk sollen demnächst rund 100 Tonnen Tiermehl pro Tag mitverbrannt werden - Dauerbetrieb ist geplant.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com
Die Energieversorgung Offenbach AG (EVO) wird in ihrem Heizkraftwerk rund 1500 Tonnen Tiermehl aus Deutschland thermisch verwerten. Die EVO erwartet aus dem sich zunächst im Probebetrieb befindlichen Projekt einen wirtschaftlichen Vorteil und will derart auch den angespannten Tiermehlmarkt entlasten. Das Tiermehl ersetzt einen Teil der Steinkohle und dient zur Erzeugung von Strom und Fernwärme durch Kraft-Wärme-Kopplung.



Nachdem das Regierungspräsidium Darmstadt, Umweltamt Hanau, am 20. April dieses Jahres seine Genehmigung für die Tiermehlmitverbrennung erteilt hat, wird die EVO in der ersten Hälfte des Monats Mai mit einem sechsmonatigen Testbetrieb beginnen.



Das Tiermehl wird in geschlossenen großen Säcken per LKW zur EVO angeliefert. Es wird dann auf die Kohle gegeben und zur Verbrennung weiter befördert. Bei Temperaturen um 900 Grad wird das Tiermehl - vermischt mit Steinkohle - verbrannt. Der durch die Verbrennung neu erzeugte Dampf wird schließlich auf eine Turbine geleitet und zur Erzeugung von Strom und Fernwärme genutzt. Insgesamt könnten bis zu 100 Tonnen pro Tag mitverbrannt werden - das sind 25 Prozent des Kohleeinsatzes.



Zur Verbrennung im Probebetrieb gelange ausschließlich drucksterilisiertes Tiermehl aus deutscher Produktion, so dass selbst für das Betriebspersonal keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu befürchten seien, wie die EVO mitteilte. Nach abgeschlossenem Probetrieb soll die Entscheidung für einen etwaigen Dauerbetrieb zur Verbrennung von Tiermehl erfolgen.

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