Strenge Mahnverfahren

Energieversorger schicken Sperrkassierer seltener zu den Kunden

Die Verschärfung der Mahnverfahren hat bei den ostdeutschen Versorgern die Außenstände verringert. Wie "Hitradio RTL Sachsen" berichtete, klingelte beispielsweise in Leipzig der Sperrkassierer im ersten Halbjahr 2004 etwa 4300 Mal bei säumigen Kunden, in den ersten sechs Monaten 2005 um ein Drittel seltener.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Dresden (ddp-lsc/sm) - Mit Millionenbeträgen stehen die Sachsen bei ihren Energieversorgern in der Kreide. Allerdings ist die Höhe der Außenstände bei den meisten Unternehmen einem Medienbericht zufolge in den vergangenen Jahren gesunken. "Die Leute wissen, dass gesperrt wird. Da tritt auch ein gewisser Lerneffekt ein", zitierte der Privatsender "Hitradio RTL Sachsen" am Sonntag Gerlind Ostmann von der Drewag Stadtwerke Dresden GmbH. Das Unternehmen habe im Juni dieses Jahres etwa zehn Millionen Euro offene Forderungen registriert. Im Dezember 2000 seien es noch sieben Millionen Euro mehr gewesen.

Seit Anfang des Jahres habe die Drewag die Mahngrenze von 50 auf 30 Euro herabgesetzt, die Inkassogrenze von 150 auf 100 Euro. Die Versorger machten aber auch mehr Druck im Mahnverfahren. Die Drewag, die Chemnitzer und Leipziger Stadtwerke verschickten nur noch zwei Mahnungen. In der zweiten Mahnung werde bereits die Sperrung angekündigt. Die Zwickauer Energieversorgung mahne sogar nur noch einmal.

Die strengeren Mahnverfahren zeigten Wirkung, berichtete der Sender. Klingelte der Sperrkassierer in Leipzig im ersten Halbjahr 2004 noch 4300 Mal bei säumigen Kunden und klemmte Strom oder Gas ab, so war es in den ersten sechs Monaten dieses Jahres um ein Drittel seltener. In Dresden sieht es ähnlich aus. 2003 wurden rund 8000 Sperrungen vorgenommen, im vergangenen Jahr waren es 3000 weniger, wie der Sender weiter berichtete.

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