Neue Anhebungen kommen

Energieverbraucher fordern: Gaspreise runter, nicht rauf

Sowohl E.ON Ruhrgas als auch die Leipziger Verbundnetz Gas AG werden in diesem Jahr noch mehrfach ihre Gaspreise anpassen. Die Ferngasgesellschaften begründen die Entwicklung mit dem hohen Ölpreis, an den der Gaspreis in den Verträgen gekoppelt sei. Betroffen sind Stadtwerke und damit indirekt auch die Verbraucher.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Rheinbreitenbach (red) - Die geplanten neuerlichen Gaspreiserhöhungen von E.ON Ruhrgas und der Verbundnetz Gas AG wurden von den im Bund der Energieverbraucher zusammengeschlossenen Energieabnehmern erwartungsgemäß stark kritisiert.iert worden. Erst Anfang April hatte Ruhrgas seine Preise um netto 0,32 Cent pro Kilowattstunde angehoben, für Juni 2005 ist eine weitere Anhebung um 0,09 Cent und für September 2005 eine Anhebung um 0,1 Cent pro Kilowattstunde geplant.

"Die Bindung des Gas- an den Ölpreis hat mit den tatsächlichen Beschaffungskosten der Ruhrgas nicht das geringste zu tun", kommentierte denn auch Dr. Aribert Peters, Vorsitzender des Bundes der Energieverbraucher. "Andere freie Gasanbieter z.B. am Spotmarkt in Bunde und Raeren haben ihre Gaspreise zum 1. April 2005 nicht angehoben und liegen preislich um ein Viertel unter den Ruhrgas-Preisen. Das zeigt, dass die Ruhrgaspreise deutlich überhöht sind. Die Stadtwerke und andere Gaslieferanten müssen sich am freien Markt günstigeres Gas beschaffen. Denn die einseitige und langfristige Bindung an die Ruhrgas ist kartellrechtswidrig und treibt die Preise nach oben, wie das Bundeskartellamt festgestellt hat. Auch die steigenden E.on-Ruhrgas-Gewinne zeigen, dass die Ruhrgaspreise überhöht sind", führte er aus. Die Stadtwerke-Kooperation Trianel zeige, dass für Stadtwerke eine günstigere Gasbeschaffung durch Ausschreibung durchaus möglich sei.

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