Neue Marktübersicht

Energiesparlampen: Langlebig, preiswert und umweltfreundlich

Das Freiburger Büro des Öko-Instituts hat eine neue Marktübersicht zu Energiesparlampen im Internet veröffentlicht. Die vorgestellten dreizehn Fabrikate wurden vom Forschungsprojekt EcoTopTen ausgezeichnet und erfüllen die aktuellen Standards. Vorsicht ist allerdings bei Billigprodukten geboten.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Freiburg (red) - Dreizehn Lampen zwischen 5 und 16 Watt – das entspricht 40 bis 75 Watt bei konventionellen Glühlampen – erfüllen die anspruchsvollen EcoTopTen-Kriterien. Die Marktübersicht des Öko-Instituts e.V. zeigt: Wer seine herkömmlichen Glühbirnen durch Energiesparlampen aus der EcoTopTen-Übersicht ersetzt, ist klar im Vorteil. Aufgrund ihrer langen Lebensdauer und des geringen Stromverbrauchs sind sie nicht nur umweltfreundlich, sondern auch unschlagbar preiswert.

"Es gibt nichts, was heute noch gegen Energiesparlampen spricht", betont Dr. Dietlinde Quack aus dem Freiburger Büro des Öko-Instituts e.V.. Denn auch in Sachen Ästhetik und Lichtqualität haben sich die Dauerbrenner gewaltig verbessert. Längst gäbe es Energiesparlampen für fast jeden Einsatzbereich: In verschiedenen Größen und Fassungen, Formen und Farben. Wem beispielsweise das Licht von Energiesparlampen bisher zu kalt erschien, der kann mittlerweile "extra-warmweiß" wählen, was ungefähr der Lichtfarbe von Glühlampen entspricht.

Doch nicht alle Energiesparlampen halten, was sie versprechen. So sind auch sehr billige Modelle auf dem Markt, die in technischen Prüfungen oft nur mangelhaft abschneiden. "Auf Schnäppchen sollte man lieber verzichten", rät Dietlinde Quack.

Energiesparlampen, die bei EcoTopTen ausgezeichnet werden, gehören zur Energieeffizienzklasse A und haben bei der technischen Prüfung bei Stiftung Warentest oder einem vergleichbaren Testinstitut mindestens mit der Note "gut" abgeschnitten. Im Dauertest des entsprechenden Testinstituts leuchteten sie mindestens 5.000 Stunden, häufig sogar bis zu 14.000 Stunden und länger. Bei Stiftung Warentest wurden sie bis zu 200.000 Mal ein- und ausgeschaltet. Außerdem verbrauchen die bei EcoTopTen aufgeführten Energiesparlampen 80 Prozent weniger Strom als herkömmliche Glühbirnen. Das macht sich dann auch im Geldbeutel bemerkbar.

Trotz höherer Anschaffungskosten für Energiesparlampen von rund 15 Euro gegenüber rund 50 Cent für herkömmliche Glühlampen, schneiden Energiesparlampen nach Angaben des Instituts unterm Strich finanziell deutlich besser ab. Das zeigen die jährlichen Gesamtkosten, die das Öko-Institut berechnet hat und in die auch die Stromkosten eingehen. Bei einer gemessenen Lebensdauer von rund 14.000 Stunden und einer täglichen Brenndauer von drei Stunden koste den Verbraucher zum Beispiel eine 11-Watt-Sparlampe rund 3,10 Euro im Jahr. Eine vergleichbare herkömmliche 60-Watt-Glühbirne belaste die Kasse dagegen jährlich mit rund 12,40 Euro.

Bei EcoTopTen fließen die Quecksilberemissionen sowohl bei Energiesparlampen als auch bei herkömmlichen Glühlampen in die Umweltbewertung mit ein. Denn auch Energiesparlampen enthalten Quecksilber. Allerdings wird Quecksilber auch bei der Stromerzeugung im Kraftwerk freigesetzt. Da beide Lampen Strom verbrauchen, herkömmliche Glühlampen jedoch fünf Mal mehr als Sparlampen, fällt die Quecksilberbilanz für herkömmliche Glühlampen in der Bewertung des Instituts deutlich schlechter aus.

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