Stromfresser gesucht

Energiemonitore helfen: Großes Einsparpotenzial in Haushalten

Nicht nur Geräte im Stand-by-Betrieb verbrauchen Strom, sondern auch solche, von denen man es überhaupt nicht vermutet. Mit einem so genannten "Energiemonitor", den sich interessierte Verbraucher in Osnabrück nun kostenlos ausleihen können, kann man den heimlichen Stromfressern auf die Schliche kommen.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Durch heimliche Stromfresser im Haushalt werden große Mengen an Elektrizität verschwendet, gerade Elektrogeräte im Stand-by-Modus tragen dazu bei. Würden allein diese Geräte stets komplett ausgeschaltet, könnten jährlich bundesweit etwa 14 Milliarden Kilowattstunden Strom eingespart werden. Das entspricht einem eingesparten Kohlendioxidausstoß von zehn Millionen Tonnen - "genug, um ganz Berlin ein Jahr lang mit Energie zu versorgen", wie Dr. Markus Große-Ophoff, fachlicher Leiter des Zentrums für Umweltkommunikation (ZUK), erläutert.

Ein Stromfresser sei aber nicht nur der Fernseher, der nur mit der Fernbedienung ausgeschaltet werde, sondern auch Geräte, bei denen gar nicht offensichtlich sei, dass sie zur Familie der Stromfresser gehörten. Zum Beispiel verbrauchen viele Waschmaschinen Strom, wenn sie nicht eingeschaltet sind. In einem typischen Vier-Personen-Haushalt würden so jährlich etwa 70 Euro Mehrkosten anfallen, meint Franz-Georg Elpers, Pressesprecher der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). "Den Stecker ziehen und das Gerät vom Netz trennen", empfiehlt Elpers. Eine bequemere Lösung seien abschaltbare Steckdosenleisten."

Als weiteres Beispiel für "Stromklauer" nennt Große-Ophoff Computer. Zusammen mit Monitor und Drucker, die nicht vom Stromnetz getrennt sind, können sie bis zu 30 Watt pro Jahr vergeuden, was wiederum 25 Euro Kosten jährlich entspricht. Bei älteren Videorecordern seien es mit sechs Watt schon sieben Euro pro Jahr.

ZUK und DBU geben in Osnabrück im Rahmen der Ausstellung Energie@home die Möglichkeit, Energiemonitore auszuleihen. Mit den Geräten können Interessierte Zuhause selbst nachmessen, wie hoch der heimliche Verbrauch der Elektrogeräte ist, um so den Stromklauern vorzubeugen und Energie zu sparen.

Das Ausleihen der Geräte ist kostenlos, es muss nur ein Pfand in Höhe von 40 Euro hinterlegt werden. Unter der Telefonnummer 0541-9633941 kann man vorher sichergehen, dass nicht alle Energiemonitore verliehen sind.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Stromrechnung

    Sommertipp: Stromrechnung während des Urlaubs drosseln

    Die Stromrechnung kann während des Urlaubs mit ein paar einfachen Maßnahmen gesenkt werden. Am größten ist das Sparpotenzial für diejenigen, die einen elektrischen Warmwasserspeicher nutzen.

  • Jugendlicher

    PC-Rollenspiele und Ego-Shooter treiben Stromverbrauch in die Höhe

    Der Stromverbrauch kann sich durch das PC-Spielen drastisch erhöhen. Im einigen Fällen ist die Stromrechnung dann sogar einige hundert Euro teurer. Es gibt aber ein paar Möglichkeiten, wie Gamer die Stromkosten im Zaum halten können.

  • Strom sparen

    Unnötige Stromkosten durch Fernbedienungen

    Durch die Benutzung der Fernbedienung werden Fernseher, HiFi-Anlage und andere Haushaltsgeräte nur in den Stand-by geschaltet und nicht komplett vom Stromnetz getrennt. Dadurch entstehen jährlich deutschlandweit zusätzliche Kosten in Höhe von 3,5 Millionen Euro. Die ASEW gibt Tipps, um dem Abhilfe zu schaffen.

  • Stromtarife

    VDN-Präsident: Windkraft verteuert Netzbetrieb

    Insbesondere die unstetige Einspeisung von Strom aus Windkraft macht laut VDN-Präsident Hans-Jürgen Ebeling die Netznutzung in der Hoch- und Höchstpannung teurer. Zudem sei der Regelenergiebedarf bereits deutlich gestiegen, die Zusatzkosten beliefen sich schon jetzt auf mehreren huntert Millionen Euro.

  • Strom sparen

    VDEW reagiert auf Selbstbedienungsvorwurf der Verbraucherverbände

    Der VDEW hält die Zahlen, mit der die Verbraucherverbände ihren Selbstbedienungsvorwurf in Richtung Energiebranche untermauern für "schlicht falsch". Die Zahlenspiele, nach denen die deutschen Haushalte jährlich fünf Milliarden Euro zu viel für Strom bezahlen, seien irreführend und nicht nachvollziehbar.

Top