Energiekrise ohne Ende: Kalifornien wieder ohne Strom

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com
Gerade hatten die Kalifornier geglaubt, sie hätten die - durch die misslungene Deregulierung des Strommarktes ausgelöste - Energiekrise im Griff, da legte die größte bisher bekannte Stromabschaltung den Sonnenstaat lahm. Am vergangenen Montag saßen etwa 1,3 Millionen Menschen von San Fransisco bis San Diego teilweise stundenlang im Dunkeln, weil die Regierung aufgrund von Stromknappheit Abschaltungen angeordnet hatte.


Grund für den starken Energieverbrauch zu Beginn dieser Woche waren die ungewöhnlich hohen Temperaturen, die Klimaanlagen wurden allerorts eingeschaltet. Spencer Abraham, amerikanischer Energieminister, empfand die Situation an der Westküste als die schlimmste Krise seit den 70er Jahren. "Wenn wir diese Herausforderung nicht meistern, wird der wirtschaftliche Wohlstand unserer Nation bedroht, unsere nationale Sicherheit gefährdet und buchstäblich unser Lebenswandel verändert", zeigte sich auch Präsident George W. Busch zutiefst beunruhigt. In einer Krisensitzung mit seinen Energieberatern gestand er ein, dass es keine schnellen Lösungen für das Problem gebe.


Obwohl Gray Davis, kalifornischer Gouverneur, schon im Januar mit vermehrten Stromkäufen und langfristigen Lieferverträgen versucht hatte, den Energiebedarf bis zum Sommer zu decken, lösten jetzt mehrere Faktoren eine neuerliche Krise aus. So sind beispielsweise mehrere Kraftwerke wegen technischer Störungen im Netz abgeschaltet. Weitere Kraftwerke können nicht arbeiten, da Wind, Naturgas und Geld fehlen. Eine Besserung der Lage ist vorerst nicht in Sicht. Patrick Dorinson von der amerikanischen Regierungsbehörde verkündete, dass auch weiterhin mindestens ein bis zwei Stunden am Tag der Strom abgestellt werden müsse.


Die Krise kostet den amerikanischen Staat täglich etwa 50 Millionen Dollar.

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