Pläne

Energiekonzern GDF Suez will neuen Atomreaktor bauen

Der französische Energiekonzern GDF Suez will Presseberichten zufolge im Rhônetal einen neuen Atomreaktor der dritten Generation bauen. Das Unternehmen habe bereits einen entsprechenden Antrag an Umweltminister Jean-Louis Borloo gesandt.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Paris (afp/red) - Das berichtete das Pariser Wirtschaftsblatt "Les Echos" am Mittwoch. Demnach geht es um eine neue Generation mittelgroßer Reaktoren, die derzeit vom französischen Atomkonzern Areva gemeinsam mit dem japanischen Unternehmen Mitsubishi Heavy Industries entwickelt wird. GDF Suez und Areva hatten bereits im Januar eine engere Zusammenarbeit angekündigt.

Der neue Reaktortyp "Atmea" könne sich auf internationaler Ebene nur durchsetzen, wenn er zunächst in Frankreich gebaut werde, zitierte die Zeitung aus dem Brief an Borloo. Wenn der französische Staat sich dafür einsetze, könne er sein Angebot an Reaktoren erweitern und damit die Konsequenzen "aus der Erfahrung mit Abu Dhabi ziehen". Ende vergangenen Jahres waren Pläne des französischen Stromriesen EDF für den Verkauf von zwei Europäischen Druckwasserreaktoren (EPR) an die Vereinigten Arabischen Emirate gescheitert. Der geplante Reaktor "Atmea" soll eine Kapazität von 1000 Megawatt haben. Er ist damit deutlich kleiner als der EPR mit einer Leistung von 1600 Megawatt.

GDF Suez hofft dem Bericht zufolge auf eine Inbetriebnahme des ersten "Atmea" im Rhônetal noch vor 2020. Weltweit will der Konzern bis dahin drei bis vier Reaktoren dieses Typs verkaufen. Das Unternehmen, das bisher vor allem als Gaslieferant tätig ist, versucht schon seit einigen Jahren den Durchbruch bei der Atomkraft. Bisher scheiterte dies jedoch an der Vormachtstellung des staatlichen EDF-Konzerns.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Frankreich

    AKW Fessenheim: Entschädigungssumme für Schließung steht fest

    Weil das Atomkraftwerk Fessenheim stillgelegt werden soll, wird Betreiber EDF von der französischen Regierung entschädigt. Nun steht die Entschädigungssumme fest, der Zeitpunkt der Schließung aber noch nicht.

  • Laufzeitverlängerung

    AKW Cattenom: Luxemburg will Paris für Abschaltung bezahlen

    Damit das Atomkraftwerk im französischen Cattenom abgeschaltet wird, bietet Luxemburgs Premierminister Xavier Bettel Paris nun finanzielle Unterstützung an. In dem Kraftwerk nahe der deutschen und der luxemburgischen Grenze kam es schon oft zu Störfällen.

  • Hochspannungsleitung

    Oettinger setzt Endlagerfrage auf die Agenda

    Im Streit um die Atomkraft hat EU-Energiekommissar Günther Oettinger (CDU) die Schaffung von Endlagern für hochradioaktiven Müll in Europa gefordert. Dafür müssten aber einheitliche Standards gelten. Ein Export deutschen Atommülls könne nicht in Frage kommen.

  • Strom sparen

    Frankreichs Vorzeigereaktor EPR kommt erst Jahre später

    Das Vorzeigeprojekt der französischen Atomindustrie verzögert sich einem Zeitungsbericht zufolge um mindestens zwei Jahre: Der neue Atomreaktor am Ärmelkanal werde nicht wie geplant 2012 in Betrieb gehen, berichtete die französische Tageszeitung "Le Figaro" am Dienstag unter Berufung auf Branchenkreise.

  • Strom sparen

    Frankreich: Offener Streit zwischen Areva und EDF

    In Frankreich ist ein offener Streit zwischen dem Stromriesen EDF und dem Atomkonzern Areva ausgebrochen. Ein EDF-Sprecher warf Areva heute vor, wegen Schwierigkeiten bei Vertragsverhandlungen die Versorgung der EDF-Kernkraftwerke mit Atombrennstäben wie auch die Entsorgung des Atommülls eingestellt zu haben.

Top