Verlängerte Kernenergielaufzeit

Energieintensive Unternehmen erwarten sinkende Strompreise

Der Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK) fordert eine klare politische Regelung zur Entlastung der Energiekunden bei einer Verlängerung von Kernkraftwerklaufzeiten. Allerdings sprach er sich nur für die Senkung der Industriestrompreise aus.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Essen (red) - Sollten die Laufzeiten der Kernkraftwerke verlängert werden, müsse dies selbstverständlich auch zu Strompreissenkungen führen, schaltete sich gestern auch der Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK) in die aktuelle Diskussion ein. Immerhin hätten die Betreiber vor dem Hintergrund des vorzeitigen Kernenergieausstiegs ihre Investitionen in die Kernkraftwerke beschleunigt über höhere Strompreise refinanziert.

Alle sogenannten "Windfall-Profits" müssten bei einer Laufzeitverlängerung angemessen an die Kunden ausgeschüttet werden, forderte der Verband. Allerdings würden jüngste Äußerungen aus der Versorgungswirtschaft zeigen, dass dies nicht freiwillig geschehen werde. Daher müsse eine klare politische Regelung zur Entlastung der Energiekunden getroffen werden.

Dr. Alfred Richmann, VIK-Geschäftsführer, dazu: "Es muss endlich aufhören, dass der höchste für eine Megawattstunde Strom zu erzielende Preis an der EEX der alleinige Maßstab für alle Strompreise sämtlicher Kunden ist. Die Laufzeit der Kernkraftwerke soll sich an deren Sicherheit und Wirtschaftlichkeit orientieren, mit einer angemessenen Aufteilung der Windfall-Profits zugunsten der Kunden."

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