300 Euro im Jahr

Energiefresser: Klimageräte verursachen hohe Stromkosten

Umweltschützer warnen vor den hohen Stromkosten von Klimageräten. Ein Raumklimagerät könne die Stromkosten um bis zu 300 Euro pro Jahr nach oben treiben, teilte das Bündnis "Energieeffizienz jetzt" am Dienstag mit. In einem heißen Sommer verbrauche ein Klimagerät mehr Strom als ein Kühlschrank im ganzen Jahr.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (afp/red) - Besonders tragbare Kompakt-Klimageräte, die warme Raumluft über einen Schlauch durch das geöffnete Fenster leiten, verbrauchten viel Energie für wenig Leistung, kritisierte das Bündnis. Besser seien Split-Geräte, die aus zwei Apparaten bestehen, die innerhalb und außerhalb des Gebäudes angebracht werden. Am umweltfreundlichsten sei es, von der Sonne beschienene Fenster abzuschatten und nachts und in den kühlen Morgenstunden zu lüften. Ventilatoren verbrauchten deutlich weniger Strom als ein Klimagerät.

Ungenügende Beratung in Bau- und Elektromärkten

Die Umweltschützer kritisierten die meist ungenügende Aufklärung über die Stromkosten von Klimageräten in Bau- und Elektromärkten. Bei einem Test von bundesweit 44 Geschäften der großen Handelsketten hätten vor allem MediaMarkt und Conrad schlecht abgeschnitten. Sie führen demnach besonders viele ineffiziente Geräte und beraten die Kunden nur unzureichend.

Fast 40 Prozent der getesteten Geschäfte hätten die Klimageräte zudem überhaupt nicht oder fehlerhaft ausgezeichnet. Laut EU-Recht muss der Handel Raumklimageräte mit einer Effizienzklasse von A (effizient) bis G (ineffizient) kennzeichnen.

Im Bündnis "Energieeffizienz jetzt" sind unter anderem der Deutsche Naturschutzring, der BUND, die Deutsche Umwelthilfe und das Öko-Institut vertreten.

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