Optimistisch

Energiebörse EEX wächst trotz Krise

Die Europäische Energiebörse EEX wächst trotz der Wirtschaftskrise weiter. Der Umsatzerlös stieg im vergangenen Jahr von 39,8 Millionen auf 43,2 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Mittwoch in Leipzig mitteilte. Die Prognose für das laufende Jahr ist vorsichtig optimistisch.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Leipzig (ddp-lsc/red) - Der Jahresüberschuss kletterte von 7,1 auf 21,8 Millionen Euro, darin enthalten sind allerdings laut Unternehmen Sondereffekte aus einer geänderten Bilanzierung sowie dem Joint Venture mit dem Pariser Tochterunternehmen EPEX Spot SE. Bereinigt um diesen Effekt liegt der Jahresüberschuss mit knapp neun Millionen Euro aber immer noch über dem Vorjahresergebnis, wie EEX-Finanzvorstand Iris Weidinger sagte.

Krise als Chance für Börsenhandel

Für das laufende Jahr wagte EEX-Vorstandschef Hans-Bernd Menzel eine vorsichtig optimistische Prognose. Die Wirtschaftskrise müsse sich nicht zwangsläufig negativ auf die EEX auswirken, im Gegenteil. Zahlreiche Handelsteilnehmer, die bislang untereinander oder über Banken handelten, suchten jetzt vermehrt den sicheren Börsenhandel. Wichtigstes Ziel im laufenden Jahr ist laut Menzel die komplette Verschmelzung der Spotmärkte der Leipziger EEX und der Pariser Powernext in der EPEX Spot SE zum 1. Juli.

Eine deutliche Absage erteilte Menzel Forderungen der Politik nach einer Börsenumsatzsteuer. Für den EEX-Handel würde dies eine Belastung von einer Milliarde Euro bedeuten. Folge wäre, dass zahlreiche Transaktionen wieder von der überwachten Börse hin zum unsicheren außerbörslichen Handel abwandern würden.

Handel mit CO2-Zertifikaten legt stark zu

Haupterlösträger der EEX mit rund 93 Prozent ist laut Unternehmen nach wie vor der Handel mit Strom. In diesem Segment seien 2008 mehr als 35 Millionen Euro an Handelsgebühren eingenommen worden. Am Gasmarkt wurden nach Angaben von EEX-Vorstandschef Hans-Bernd Menzel 17.500 Gigawattstunden gehandelt, nach 4100 im Vorjahr. Mehr als vervierfacht hat sich auch der Handel mit CO2-Zertifikaten. Im vergangenen Jahr wechselten Zertifikate für rund 80 Millionen Tonnen CO2 den Besitzer über die EEX, fast ausschließlich jedoch über den langfristigen Terminmarkt. "Der Spotmarkt ist nahezu zum Erliegen gekommen", sagte Menzel.

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