Nachfrageschätzung

Energieagentur warnt vor steigender "Öllast"

Die Internationale Energieagentur (IEA) hat davor gewarnt, dass der steigende Bedarf an Rohöl bei den derzeitigen Preisen vor allem für die reichen Länder zu einer finanziellen Last wird. Die weltweite "Öllast" könnte dieses Jahr von 4,1 auf 4,7 Prozent des Bruttoinlandsproduktes ansteigen.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Paris (afp/red) - Das erklärte die IEA am Donnerstag in ihrem Monatsbericht. Vor allem das rasante Wirtschaftswachstum in China sei für die wachsende Ölnachfrage verantwortlich. Das kommunistisch regierte Land habe im Dezember einen neuen Verbrauchsrekord aufgestellt: Es kam auf einen Verbrauch von 10,4 Millionen Barrel (ein Barrel entspricht 159 Liter) Rohöl am Tag, gut zwölf Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Die in Paris ansässige IEA, die die Energieinteressen der 34 Mitglieder der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) vertritt, schraubte die für dieses Jahr erwartete weltweite Nachfrage zum fünften Mal in Folge nach oben. Sie rechnet für 2011 mit einem täglichen Ölbedarf von 89,3 Millionen Barrel, das sind täglich 1,5 Millionen Barrel mehr. Die Kombination aus einem hohen Ölpreis, einem noch wackeligen Aufschwung nach der weltweiten Wirtschaftskrise, aufkommendem Inflationsdruck und einer instabilen Lage im Nahen Osten sei "nicht sehr gesund", warnte die Energieagentur.

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