Gezielte Förderung

Energieagentur sieht Regierung wegen hoher Ölpreise im Zugzwang

Da der Ölpreis langfristig wohl zwischen 30 und 40 Dollar pro Fass liegen werde, müsse die Politik alternative Energien, neue Technik und sparsame Verwendung gezielt fördern, sagte Geschäftsführer Stephan Kohler dem Wirtschaftsmagazin "Focus-Money". Allein im Heizungsbereich gebe es viel Einsparpotenzial.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

München (ddp/sm) - Der hohe Ölpreis wird die Bundesregierung nach Ansicht der Deutschen Energie-Agentur (dena) zum Handel zwingen. Da der Ölpreis langfristig wohl zwischen 30 und 40 Dollar pro Fass liegen werde, müsse die Politik alternative Energien, neue Technik und sparsame Verwendung gezielt fördern, sagte Geschäftsführer Stephan Kohler dem Wirtschaftsmagazin "Focus-Money".

Allein im Heizungsbereich gebe es viel Einsparpotenzial. Hier könnten durch modernere Gebäude- und Heiztechnik noch bis zu 40 Prozent Energie weniger verbraucht werden. Dazu müssten etwa fünf Millionen Heizkessel durch effizientere Anlagen ersetzt werden. Autos müssten noch weniger Treibstoff verbrauchen und vorwiegend neue Treibstoffe wie Erdgas, Biodiesel oder in Zukunft auch Wasserstoff verwenden.

Kohler sieht in der kurzfristigen Absenkung der Mineralöl- und Ökosteuer als Antwort auf die hohen Kraftstoffpreise keine sinnvolle Alternative. "Wir brauchen Preisanreize, damit die Menschen Energie sparen", sagte der dena-Chef.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Hochspannungsmasten

    Russisch-Deutsche Energieagentur für mehr Energieeffizienz

    Künftig werden russische und deutsche Unternehmen im Bereich der umweltschonenden Energiegewinnung und -nutzung enger zusammenarbeiten. Wie die halbstaatliche Deutsche Energie-Agentur (Dena) mitteilte, ist dafür die Russisch-Deutsche Energie-Agentur (RuDEA) am Donnerstag in München gegründet worden.

  • Energieversorung

    Bioenergiepark Güstrow speist Biomethan ins Netz ein

    Der Anfang März in Betrieb genommene Nawaro Bioenergiepark Güstrow speist seit Mittwoch das erste Biomethan in das Gasfernleitungsnetz ein. Als Biomethan wird Biogas bezeichnet, das so aufbereitet wurde, dass es den technischen Normen für Erdgas entspricht.

  • Strompreise

    Loske rechnet nicht wieder mit deutlich sinkendem Ölpreis

    Eine Rücknahme der Ökosteuer führt nach Auffassung des Grünen-Fraktionsvizes Reinhard Loske nicht zu sinkenden Öl- und Benzinpreisen. Ursachen für den drastischen Preisanstieg seien neben der unsicheren Lage in den Ölförderländern des Nahen Ostens vor allem der steigende Energieverbrauch.

  • Hochspannungsmasten

    Den Heizölpreisen ein Schnippchen schlagen: "Gebäude-Check Energie"

    Das Ministerium für Städtebau und Wohnen und die Energieagentur Nordrhein-Westfalen bieten Hausherren einen neuen Service an: den "Gebäude-Check Energie". Für nur 25 Euro kontrollieren geschulte Handwerker Bauten auf Wärmeisolierung und Heizanlage - derart kann man ordentlich Heizkosten sparen.

  • Strom sparen

    Geplante Steuererhöhungen: Heizen wird teurer

    Mit der verschärften Besteuerung von Heizstoffen will Bundesfinanzminister Hans Eichel im kommenden Jahr Mehreinnahmen von etwa 2,1 Milliarden Euro erzielen. Sie sollen in die Rentenkasse fließen. Für den Energieverbraucher bedeutet das einen Preisanstieg bei Gas und Heizöl. Energieintensive Unternehmen sind zunächst davon nicht so stark betroffen.

Top