Trotz sinkendem Ölpreis

Energieagentur: Keine Aussicht auf niedrigere Energiepreise

Der Chef der Internationalen Energieagentur (IEA), Nobuo Tanaka, gibt trotz des jüngsten Preisrutschs bei Rohöl keine Entwarnung für die Märkte. "Wir bleiben mit unserer Einschätzung vorsichtig", sagte er dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". "Wir leben in Zeiten hoher Energiepreise, da führt kein Weg zurück", sagte Tanaka.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Hamburg (ddp.djn/sm) - Die Situation werde sich zwar in den kommenden ein bis zwei Jahren beruhigen, sagte Tanaka: "Danach aber dürfte sich die Lage erneut anspannen." Der Markt sei außerordentlich eng geworden, die Förderländer investierten zu wenig in die Erschließung neuer Vorkommen und den Ausbau alter Anlagen, warnte der IEA-Chef. Das gebe der IEA Anlass zur Sorge. Die Fördermenge falle steil ab, gleichzeitig aber steige die Nachfrage um rund eine Million Barrel am Tag.

IEA-Chef für längere AKW-Laufzeiten

Zur deutschen Debatte über die Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken sagte Tanaka, es sei ohne den Einsatz der Kernenergie unmöglich, die CO2-Emissionen wie vereinbart bis 2050 um die Hälfte zu reduzieren. "Das sollten auch die Deutschen begreifen", sagte der IEA-Chef.

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