Schlichtungsstelle

Energie-Ombudsmann nimmt die Arbeit auf

Bei einem Streit mit ihrem Energieversorger haben Verbraucher seit Dienstag eine neue Anlaufstelle: In Berlin nahm die Schlichtungsstelle Energie ihre Arbeit auf. An sie können sich Strom- oder Gaskunden wenden, die sich bei einem Problem nicht mit ihrem Anbieter einigen konnten.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (afp/red - Die Schlichtungsstelle, online zu erreichen unter schlichtungsstelle-energie.de, soll langwierige und teure Gerichtsverfahren möglichst überflüssig machen.

Bislang konnten sich Kunden nur an Gerichte oder die Bundesnetzagentur wenden, wenn sie sich bei einem Problem nicht mit ihrem Energieversorger einigen konnten. Das konnte etwa bei Rechnungsfragen, bei einem Anbieterwechsel oder bei einem Streit über Bonuszahlungen der Fall sein. Diese Verfahren waren allerdings oft mit hohen Kosten verbunden und konnten Jahre dauern.

Viel billiger als ein Gerichtsverfahren

Die Schlichtungsstelle soll nun auch eine außergerichtliche Einigung ermöglichen, in der Regel soll das für den Verbraucher kostenlose Verfahren nicht länger als drei Monate dauern. Getragen wird die Einrichtung von Verbänden der Energiewirtschaft und Verbraucherschützern, die gleichberechtigt in dem Gremium vertreten sind. Die Neutralität der Einrichtung soll durch einen unabhängigen Ombudsmann an ihrer Spitze garantiert werden.

Beschwerden können Kunden von Energieanbietern per Brief, Fax oder im Internet an die Schlichtungsstelle richten. Um einen Antrag zu stellen, braucht die Stelle eine Vielzahl Angaben und Unterlagen: den Namen des Versorgers, die Zählernummer, Kopien der Vertragsunterlagen, die Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Anbieters und den bisherigen Schriftwechsel.

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