DUH und BUND warnen

Energie-Kennzeichnung von Raumklimageräten fehlt oft

Der extrem hohe Stromverbrauch von Raumklimageräten ist für die Verbraucher beim Kauf oft nicht sofort erkennbar. Darauf haben die Deutsche Umwelthilfe e. V. (DUH) und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e. V. (BUND) nach stichprobenartigen Testbesuchen in Elektromärkten hingewiesen.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Wie schon in der Vergangenheit bei unterschiedlichen Haushaltsgeräten (so genannter "weißer Ware") seien auch bei insbesondere in sommerlichen Hitzeperioden immer häufiger nachgefragten Raumklimageräten Verstöße gegen die gesetzlichen Kennzeichnungspflichten an der Tagesordnung, monierten die Verbände.

"Gerade extreme Stromfresser wie die in Mode gekommenen mobilen Raumklimageräte mit einer Kühlleistung von bis zu 4400 Watt müssen korrekt gekennzeichnet werden, damit die potenziellen Kunden vorher wissen, welche Folgekosten auf der Stromrechnung sie sich bei einem Kauf einhandeln", erläuterte DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. Weil die Raumklimageräte "ganze Wohnräume in der heißen Jahreszeit in überdimensionierte Kühlschränke mit mäßiger Dämmung" verwandelten, explodiere geradezu der Stromverbrauch in den Sommermonaten. Wo der Einsatz solcher Geräte tatsächlich notwendig sei, müssten die Kunden deshalb verstärkt auf die effizientesten am Markt verfügbaren Produkte hingewiesen werden. Resch: "Das hilft dem Erdklima und dem Portemonnaie der Verbraucher."

Die DUH hatte Ende vergangenen Jahres ausgewählte Media Markt- und Saturn-Filialen wegen der nicht korrekten Energieverbrauchskennzeichnung verklagt und in beiden Verfahren vor dem Landgericht Berlin erstinstanzlich Recht bekommen. BUND-Bundesgeschäftsführer Gerhard Timm erinnerte daran, dass seine Organisation erst kürzlich, anlässlich einer Analyse der Produktpalette unterschiedlicher Elektromärkte, bei den Marktführern Media Markt und Saturn auf weit überdurchschnittlich viele Stromfresser gestoßen war und die Kampagne "Stop! Stromfresser" gestartet habe. "Den Verbrauchern werden hier scheinbare Schnäppchen angeboten, die dann aber hohe Folgekosten haben und sich schädlich auf das Klima auswirken. Wir fordern deshalb, dass für ineffiziente Geräte keine Werbung mehr gemacht wird", sagte Timm.

Ein mobiles Raumklimagerät verursacht laut DUH und BUND zusätzliche Stromkosten von über 100 Euro jährlich. Selbst wenn das Gerät nur an 30 Hitzetagen im Jahr in Betrieb sei, könne es schnell zum größten Stromverbraucher im Haushalt werden.

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