Gestern in Mainz

Energie: Bush und Schröder vereinbaren Aktionsprogramm

Deutschland und Amerika wollen ihre gemeinsamen Aktivitäten im Bereich Klimaforschung und der Entwicklung wirksamer Instrumente für die nationale Klimapolitik ausbauen und gemeinsame Maßnahmen mit dem Ziel ergreifen, die Effizienz der Energieversorgung zu steigern sowie Luftverschmutzung zu vermeiden.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Mainz/Berlin (red) - Die Vereinigten Staaten und Deutschland wollen ihre Aktivitäten zur Verbesserung der Energieversorgungssicherheit und zur Reduzierung von Umweltbelastungen und Treibhausgasemissionen in drei Handlungsfeldern erweitern und verstärken. US-Präsident George W. Bush und Bundeskanzler Gerhard Schröder vereinbarten daher gestern in Mainz ein deutsch-amerikanisches Aktionsprogramm für umweltfreundliche und effiziente Energie, Entwicklung und Klimaschutz.

Zusammenarbeit mit Entwicklungsländern

Ziel des Programms ist dabei ein verbesserter Zugang zu allen Formen umweltfreundlicher, ausreichend verfügbarer und preisgünstiger moderner Energiequellen, einschließlich Technologien für erneuerbare Energien und Energieeffizienz in den Entwicklungsländern. Große Entwicklungsländer sollen dazu in die multilaterale Technologiepartnerschaft einbezogen werden, um sicherzustellen, dass umweltfreundliche, effiziente Technologien allen bedeutenden Ländern und Regionen der Welt in geeigneter Weise zur Verfügung stehen. Diese Aktivitäten sollen ausgebaut und verstärkt werden.

Sparsamer und effizienter Umgang mit Energie

Bush und Schröder vereinbarten auch, das Spektrum wirtschaftlich nutzbarer Technologien zur Steigerung der Energieeffizienz in Industriestaaten und Entwicklungsländern auszubauen. Die Steigerung der Energieeffizienz stelle eine der besten Möglichkeiten für eine kosteneffiziente Reduzierung von Umweltverschmutzung und Treibhausgasen sowie für die Verbesserung der Energieversorgungssicherheit dar. Daher wollen sich beide Länder für die multilaterale Methan-Initiative (Methane to Markets Partnership) engagieren, die die kommerzielle Nutzung von Methan, einem besonders schädlichen Treibhausgas aus Kohleminen, Erdgas- und Ölvorkommen sowie Abfalldeponien, fördern will.

Modernisierung der nationalen Energiegewinnung

Eine effiziente und saubere Wärme- und Stromgewinnung aus Kohle und Erdgas soll durch die deutsch-amerikanische Zusammenarbeit im Rahmen des Carbon Sequestration Leadership Forum (CSLF) sowie von FUTUREGEN und COORETEC vorangebracht werden. Diese drei Initiativen sollen durch zielgerichtete Forschungs- und Entwicklungsanstrengungen wesentlich dazu beitragen, eine umweltfreundliche Wärme- und Stromgewinnung aus Kohle und Erdgas nachhaltig voranzutreiben.

Innovation für zukunftsfähige Energiesysteme

Beide Länder seien Gründungsmitglieder der "Internationalen Partnerschaft für Wasserstoffwirtschaft" (International Partnership for Hydrogen Economy), die 2003 von 15 Ländern und der Europäischen Kommission gegründet wurde, um moderne Forschung und Entwicklung im Bereich der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie zu betreiben. Deutschland und die Vereinigten Staaten wollen weiterhin bilateral und multilateral bei der Entwicklung von mit Wasserstoff betriebenen Brennstoffzellen für den Einsatz im Verkehr und in der stationären Stromerzeugung kooperieren.

Internationale Zusammenarbeit im Bereich erneuerbarer Energien

Erneuerbare Energien sollten eine wachsende Rolle im Energiemix einer modernen Energieversorgung spielen. Die Regierung der Vereinigten Staaten und die deutsche Regierung haben zugesagt, finanzielle und technische Mittel bereitzustellen, um die Entwicklung erneuerbarer Energien im gesamten weltweiten Mix von Wärme- und Stromerzeugung voranzutreiben. Eine breite Palette unterschiedlicher erneuerbarer Technologien biete eine Vielzahl von Möglichkeiten für gemeinsame Projekte auf bilateraler und multilateraler Ebene. Dazu wollen die deutsche und die amerikanische Regierung zusammenarbeiten, um die auf der Konferenz "Renewables 2004" gemachten Zusagen zu erfüllen.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Erde

    Studie: Mehr Geld für konventionelle Energien als für Ökostrom

    Einer Kurzanalyse zufolge werden konventionelle Energien im kommenden Jahr deutlich stärker gefördert als erneuerbare Energieträger. Demnach läge eine Umlage für Atom- und Kohlestrom deutlich über der EEG-Umlage.

  • Industriebetrieb

    Deutlich geringerer Energieverbrauch bis 2040

    Der Energieverbrauch in Deutschland wird bis 2040 um rund ein Drittel sinken, schätzt der Energiekonzern ExxonMobil. Vor allem beim Kraftstoff und bei der Heizenergie werde der Verbrauch durch mehr Effizienz zurückgehen.

  • Stromtarife

    Darmstädter NaturStrom konkurrenzfähig

    In der aktuellen Ausgabe des Magazins "stern" schneidet der Darmstädter Ökostrom-Anbieter NaturPur Energie AG gut ab. Neben der Preiswürdigkeit punktet der Ökostrom vorallem auch mit Klimafreundlichkeit und Ressourcenschonung. Zusätzlichen Anreiz zum Wechsel bieten jetzt drei Monate Grundgebührenbefreiung.

  • Hochspannungsleitung

    UBA-Studie: Die Zukunft nach dem Kyoto-Protokoll

    Das in der vom Umweltbundesamt in Auftrag gegebenen Studie vorgeschlagene Modell für eine Zeit nach 2012 ordnet je nach dem jeweiligen Pro-Kopf-Ausstoß an Treibhausgasen den Unterzeichnerstaaten der Klimarahmenkonvention unterschiedliche Beiträge zum Klimaschutz zu.

  • Stromnetz Ausbau

    VDEW-Kongress: Grundsatzreferate und Foren zur Energiepolitik

    "Nachhaltigkeit oder Ökologisierung der Energiepolitik?" ist der Titel des diesjährigen VDEW-Kongresses, bei dem die Teilnehmen im Plenum oder in einzelnen Foren zu verschiedenen Themen diskutieren können. Begleitet wird der Kongress von einer Fachausstellung von Industrie- und Dienstleistungsunternehmen.

Top