Ärger in NRW

Energie AG Iserlohn-Menden: Tiefrote Zahlen sorgen für Unruhe

Ärger im Revier: Aufgrund von uncleveren Stromverträgen wird die Energie AG Iserlohn Menden am 8. Dezember wohl einen hohen operativen Verlust für 2003 bilanzieren. Bei den am Unternehmen beteiligten Stadtwerken der nordrhein-westfälischen Städte Iserlohn und Menden gibt es deshalb ernste Personaldebatten.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Iserlohn (red) - Morgen wählt der Aufsichtsrat der Stadtwerke Iserlohn seinen neuen Vorsitzenden. An sich ein wenig brisantes Ereignis, das jedoch in den nordrhein-westfälischen Städten Iserlohn und Menden mit einiger Unruhe erwartet wird. Denn die "tiefroten" Zahlen, die das Gemeinschaftsunternehmen der Stadtwerke beider Städte, die weithin durch ihr bundesweites Angebot bekannte Energie AG Iserlohn Menden, Medienberichten zufolge in ihrem Jahresabschluss am 8. Dezember vorlegen wird, geben Anlass zur Sorge.

So berichtete gestern der Iserlohner Kreisanzeiger, dass neben dem noch amtierenden Vorsitzenden Roland Pohlmann (SPD) auch Jobst Wolfframm, CDU-Ratsherr und Aufsichtsratsvorsitzender der Energie AG, für den Posten als Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke Iserlohn kandidieren will. Damit kündige sich eine Kampfabstimmung an, vermutet die Regionalzeitung. Denn es kursieren Gerüchte über einen hohen operativen Verlust, den die Energie AG wohl am 8. Dezember ausweisen wird. Bestätigt wurde das von Seiten der Energie AG bisher nicht.

Im Fokus der Kritik steht insbesondere die Vertragsgestaltung zur bundesweiten Lieferung von Strom. Es soll versäumt worden sein, Klauseln aufzunehmen, die Preiserhöhungen bei steigenden Bezugskosten erlauben. Daher muss der Versorger den Strom derzeit billiger verkaufen, als er ihn einkauft, so dass das Defizit 2003 wohl noch höher ausfallen wird, als es schon 2002 der Fall war. Damit vergrößern sich auch die Sorgen der Finanzexperten in den Rathäusern, mutmaßt auch die Iserlohner Zeitung. Denn ausgeglichen werden müssen die Fehlbeträge von den am Unternehmen beteiligten Stadtwerken, an denen wiederum die Städte Iserlohn und Menden beteiligt sind.

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