Enercon baut und betreibt Windpark auf türkischer Ägäisinsel

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com
Auf der Insel Bozcaada ging kürzlich der erste kommerzielle Windpark in der Türkei ans Netz, gebaut und betrieben von Bores Bozcaada Rüzgar Enerji Centrali A.S., Istanbul, einem Joint Venture der Enercon GmbH, Aurich, und der Demirer Holding A.S., Istanbul. Es ist bereits das zweite Projekt, das Enercon gemeinsam mit der DEG - Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbH, Köln, als Finanzpartner realisiert. Seit 1999 betreibt Enercon den ersten privaten Windpark Brasiliens.


Auf Bozcaada wurde durch Korrelation der Standort-Winddaten mit 27-jährigen Daten eines nahe gelegenen Hafens das Risiko von Flauten detailliert bewertet und ein Finanzierungspaket entwickelt. Die Nachfrage nach Strom in der Türkei wächst - in den letzten Jahren um durchschnittlich 9,5 Prozent. Um Kosten und technische Verluste von langen Überlandleitungen zu verringern, fördert auch die Türkei dezentrale Stromerzeuger in Verbrauchernähe. So garantiert der Staat die Bezahlung des gelieferten Stroms und stellt künftig internationale Schiedsgerichtsklauseln in Aussicht. Das besondere staatliche Interesse an der Windkraft liegt in der Vermeidung von jährlich fixen Kapazitätszahlungen, die von Wasserkraftwerks- und fossilen Kraftwerksbetreibern gefordert werden.


Unweit der Meerenge von Marmara wandeln jetzt 17 Turbinen die starken Nordwinde in Strom für etwa 7000 Haushalte in Cannakale, einer Stadt nahe dem alten Troja, um. Der erwartete Energieertrag von 33 Gigawattstunden pro Jahr unterliegt mit durchschnittlich 7 Prozent nur geringen Schwankungen. Die Lizenzierung für Bau und Betrieb erfolgte durch das Energieministerium nach dem Build-Operate-Transfer (BOT)-Schema. Unter einem 20-jährigen Stromabnahmevertrag verpflichtet sich der staatliche Energieversorger TEDAS zur Abnahme des Windstroms auf Basis reiner Leistungsentgelte.

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