Kritik von den Grünen

ENELA: Neue Akademie für Führungskräfte der Nuklearbranche

In München wurde eine Akademie zur Ausbildung von Führungskräften der Nuklearbranche (kurz: ENELA) in der Uni integriert. Die Grünen kritisieren dies scharf, da damit an einem Energiemix mit Atomkraft festgehalten werde. Ministerpräsident Seehofer wertete die Ansiedlung hingegen positiv.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

München (ddp-bay/red) - Die Grünen haben die Ansiedlung der European Nuclear Energy Leadership Academy (ENELA) in Garching bei München scharf kritisiert. "Das ist ein stures Festhalten am Energiemix von vorgestern", warf der Sprecher der Landtags-Grünen, Ludwig Hartmann, den Energiekonzernen AREVA, Axpo, EnBW, E.ON Kernkraft, URENCO Limited und Vattenfall vor. Diese wollen in der Akademie Führungskräfte für die Nuklearbranche ausbilden.

Erneuerbare benötigen nur noch Speicherungsmöglichkeiten

Die wahren Zukunftsfragen sieht Hartmann im Bereich der erneuerbaren Energien. Da diese meist nur zu bestimmten Zeiten verfügbar seien, brauche man Technologien um den gewonnenen Strom effizienter speichern zu können, sagte er auf ddp-Anfrage.

Kernkraft sei Brückentechnologie

Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) begrüßte die Ansiedlung von ELENA auf dem Campus der Technischen Universität München hingegen. Mit ELENA werde der wissenschaftliche, energiepolitische und gesellschaftliche Dialog über die "momentan noch notwendige Brückentechnologie Kernenergie" auf eine neue Grundlage gestellt, sagte Seehofer. "Eine verlässliche, nachhaltige und klimaschonende Energieversorgung zu sichern, ist Schlüsselherausforderung der nächsten Jahre."

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