Nicht frühzeitig festlegen

Endlagersuche: Gabriel fordert Vergleich mehrerer Standorte

Bundesumweltminister Gabriel dringt bei der Suche nach einem Endlager für hochradioaktive Abfälle auf einen Vergleich mehrerer Standorte. Ein transparenter Vergleich mehrerer Alternativen nach objektiven Kriterien sei notwendig, um die höchstmögliche erreichbare Sicherheit zu gewährleisten,

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp-nrd/sm) - Bislang gebe es weltweit noch keine Lösung für die Endlagerung dieser Wärme entwickelnden radioaktiven Abfälle, betonte Gabriel am Mittwoch in Berlin. Er kritisierte die Ablehnung eines Standortvergleichs aus der Union. Der Widerstand von CDU und CSU in Bayern und Baden-Württemberg bringe eine Lösung "keinen Millimeter" näher und sei "nicht gerade ein Zeichen von politischem Mut".

Gabriel betonte, wer sich frühzeitig auf den Standort Gorleben festlege, riskiere, dass es 2035 gar kein Endlager gebe, da Gorleben bei einem gerichtlichen Überprüfungsverfahren scheitern könnte.

Über die Eignung des Salzstocks bei Gorleben gebe es bislang noch keine hinreichenden Erkenntnisse, fügte er hinzu. Man könne Gorleben aber auch nicht ausschließen. Da bereits hohe Summen in den Standort investiert worden seien, komme eine Alternative nur bei einem wirklich höheren Sicherheitsgewinn in Frage. Gabriel kündigte an, noch in dieser Legislaturperiode festgelegte Sicherheitsanforderungen veröffentlichen zu wollen.

Gorleben und Asse kosten vier Milliarden Euro

Der SPD-Politiker verwies darauf, dass man die Hinterlassenschaften einer "billigen Entsorgung" derzeit in Morsleben und Asse II erlebe. Dies werde den Steuerzahler in den nächsten Jahren noch drei bis vier Milliarden Euro kosten, sagte er voraus.

Mit der Endlagerfrage befassen sich ab Donnerstag etwa 350 Teilnehmer eines internationalen Symposiums des Umweltministeriums in Berlin. Bis Samstag beraten die Vertreter aus Politik, Wissenschaft sowie verantwortliche Akteure über nachvollziehbare Voraussetzungen der Standortsuche und Sicherheitsanforderungen. Damit solle der festgefahrenen Debatte ein neuer Impuls gegeben werden, sagte Gabriel.

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