Sicherung nicht mehr ausreichend

Endlager Morsleben wird vorab befüllt

Das Bundesamt für Strahlenschutz wird schon jetzt Teile der Grube des Endlagers Morsleben, in denen keine radioaktiven Abfälle lagern, mit einem pumpbaren Salzbeton (ein Gemisch aus Salzgrus, Steinkohlefilterasche, Zement und Wasser) zur Verbesserung der Stabilität verfüllen. Das sei notwenig geworden, weil die Betriebssicherheit nicht mehr ausreiche.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) als verantwortlicher Betreiber des Endlagers für radioaktive Abfälle Morsleben (ERAM) und das Landesamt für Geologie und Bergwesen des Landes Sachsen-Anhalt (LAGB) sind gemeinsam zu der Auffassung gekommen, dass im Zentralteil des ERAM eine akute Gefahr für die Standsicherheit vorliegt. Das LAGB hat die notwendigen bergrechtlichen Betriebspläne für die zu ergreifenden Gefahrenabwehrmaßnahmen zugelassen. Die Umsetzung der bergrechtlich zugelassenen Maßnahmen sind vom BfS eingeleitet worden. Die bergmännischen Vorbereitungen haben gestern begonnen.

Die betroffenen Teile der Grube, in denen keine radioaktiven Abfälle lagern, werden mit einem pumpbaren Salzbeton (ein Gemisch aus Salzgrus, Steinkohlefilterasche, Zement und Wasser) zur Verbesserung der Stabilität verfüllt werden. Geplant ist, dass ab Spätsommer 2003 670 000 Kubikmeter Hohlraum verfüllt werden. Die Durchführung wird mehrere Jahre in Anspruch nehmen. Die Kosten werden sich nach einer aktuellen Schätzung auf fast 100 Millionen Euro belaufen.

Die eingeleiteten Maßnahmen sind laut BfS notwendig, weil die Betriebssicherheit des Zentralteils des Endlagers durch laufende Schädigungsprozesse und die nicht ausreichende Dimensionierung von Pfeilern und sogenannten Schweben auf Dauer als nicht mehr ausreichend angesehen wird. Alle eingeleiteten Maßnahmen sind im Einklang mit der beabsichtigten endgültigen Verschließung des ERAM. Sie bedeuten keine Präjudizierung des Ergebnisses des laufenden Planfeststellungsverfahrens zur endgültigen Schließung des Endlagers.

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