Löserfall

Endlager Morsleben: Einsturz von Zwischendecke droht erneut

Im Atommülllager Morsleben in Sachsen-Anhalt droht erneut der Einsturz einer Zwischendecke. Es sei denkbar, dass sich auch größere Mengen von mehreren tausend Tonnen Salz lösten, teilte das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) am Donnerstag in Salzgitter mit. Eine Gefahr für Menschen und die Umwelt bestehe derzeit aber nicht.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Morsleben/Salzgitter (ddp/red) - Zu dem sogenannten Löserfall könnte es dem BfS zufolge im Zentralteil des früheren Salzbergwerks kommen. In dem betroffenen Hohlraum lagerten keine radioaktiven Abfälle. Die Kammer sei gesperrt worden und damit nicht mehr zugänglich. Experten hatten in dem Hohlraum zuvor neue Risse entdeckt, die auf Schäden im Gebirge des von früheren Bergbauarbeiten stark ausgehöhlten Zentralteils deuteten.

Bereits im Herbst 2001 war in Morsleben ein tonnenschwerer Salzbrocken von einer Decke herabgestürzt. Das BfS lässt seit 2003 mehr als 20 Hohlräume mit einem speziellen Salzbeton verfüllen, um das Bergwerk langfristig zu stabilisieren.

Morsleben war das Atommüll-Endlager der DDR. Mit der deutschen Wiedervereinigung ging es 1990 in den Besitz des Bundes über. In dem Salzstock lagern rund 400 000 Kubikmeter schwach und mittelradioaktiver Atommüll. 1998 verhängte das Oberverwaltungsgericht Magdeburg einen Einlagerungsstopp. Derzeit läuft das Verfahren zur endgültigen Stilllegung.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Atommüll

    Atommüll-Endlagersuche: Alles auf Anfang

    Ein halbes Jahrhundert nach Inbetriebnahme des ersten Kernkraftwerks gibt es jetzt einen parteiübergreifenden Minimalkonsens für die Suche nach einem Endlager für hoch radioaktiven Atommüll. Bund und Länder einigten sich am Dienstag in Berlin tatsächlich auf ein Standortsuchgesetz.

  • Atommüll

    Asse hätte nie Atomendlager werden dürfen

    In dem ehemaligen Salzbergwerk Asse bei Wolfenbüttel hätte nach den Erkenntnissen des Untersuchungsausschusses in Hannover niemals ein Atomendlager eingerichtet werden dürfen. Der Ausschuss des niedersächsischen Landtages schloss am Donnerstag nach mehr als drei Jahren, 71 Sitzungen und der Vernehmung von mehr als 50 Zeugen seine Arbeit ab.

  • Stromnetz Ausbau

    Geologe: Auch Atomlager in Gorleben könnte "absaufen"

    Der Kieler Geologe Ulrich Schneider bestreitet die Langzeitsicherheit für das geplante atomare Endlager im Salzstock Gorleben. "Es stellt sich die Frage, wann Gorleben absaufen wird", sagte Schneider am Montag bei der Vorstellung einer Studie im Auftrag der niedersächsischen Linksfraktion.

  • Strompreise

    Linke: Asse-Flutung würde Großraum Braunschweig unbewohnbar machen

    Die Zweifel am Notfallplan des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS) für den Fall eines Kollapses des einsturzgefährdeten Atommülllagers Asse wachsen. Ein Umweltexperte der Linken warnte, eine Flutung des Salzstocks könne erschreckende Folgen haben.

  • Stromnetz Ausbau

    Geologe: Gorleben war aus fachlicher Sicht nur zweite Wahl

    Der Salzstock Gorleben ist nach Angaben des Geologen Gerd Lüttig in den 1970er Jahren vorrangig aus politischen Gründen zur Untersuchung als mögliches Atommüllendlager ausgewählt worden. Rein fachlich sei es als nur bedingt geeignet erschienen.

Top