Atommüll

Endlager Konrad: Inbetriebnahme könnte sich verzögern

Die Inbetriebnahme des geplanten Atommüllendlagers Schacht Konrad in Salzgitter könnte sich verzögern. Grund ist ein neues Vergabeverfahren für einen Teil der Schachtbauarbeiten, wie das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) am Freitag auf seiner Internetseite mitteilte.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Salzgitter (ddp/red) - Die vom BfS mit dem Ausbau beauftragte Deutsche Gesellschaft zum Bau und Betrieb von Endlagern für Abfallstoffe (DBE) hatte 2008 die anstehenden Sanierungsarbeiten in den beiden Schachtröhren Konrad 1 und Konrad 2 EU-weit ausgeschrieben. Während der Auftrag für die Schachtbauarbeiten Konrad 1 inzwischen erteilt wurde, sei die Ausschreibung für die Arbeiten im Schacht Konrad 2 aus vergaberechtlichen Gründen aufgehoben worden, erklärte das BfS. "Das führte dazu, dass nun ein neues Vergabeverfahren durchgeführt werden muss."

Nach der neuerlichen Auftragsvergabe werde die DBE ihre Zeitplanung für die Errichtung des Endlagers "überprüfen und anpassen", hieß es. Das Endlager solle 2014 betriebsbereit sein. Bislang hatte das BfS einen Einlagerungsbeginn im Jahr 2013 angestrebt. Schacht Konrad soll die in Deutschland anfallenden schwach und mittelradioaktiven Abfälle aufnehmen.

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