Energiewende

Endbericht der Energie-Kommission: Deutschland braucht Effizienz

Die Energie-Enquête-Kommission hat sich in ihrem Endbericht für mehr Nachhaltigkeit ausgesprochen und dem Deutschen Bundestag Handlungsempfehlungen vorgelegt, wie sich das Ziel einer Treibhausgasreduktion um 40 Prozent bis 2020 und 80 Prozent bis 2050 erreichen lässt. Allerdings sei die Arbeit auch von einer Blockadehaltung der Opposition gekennzeichnet gewesen.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Gestern hat die Energie-Enquête-Kommission dem Bundestagspräsidenten ihren Endbericht überreicht. "Der Bericht ist der Versuch, Nachhaltigkeit in Fachpolitik zu übersetzen", kommentiert der Sprecher der SPD-Fraktion in der Energie-Enquête-Kommission Dr. Axel Berg.

Die Kommission hat herausgefunden, dass die derzeitige Energieversorgung in Deutschland nicht nachhaltig ist. Die Reduktion der Treibhausgase um 80 Prozent bis 2050 sei für Deutschland mach- und bezahlbar. Über den Weg zu diesem Ziel gibt es aber grundsätzlich unterschiedliche Vorstellungen: Während Rot-Grün die Energiewende zu einer effizienten, perspektivisch möglichst vollständigen Versorgung mit erneuerbaren Energien schaffen will, setzen Union und FDP weiter auf Atomkraft. "Unter Einrechnung externer Kosten ist dies auch wirtschaftlich der teuerste Weg. Es ist ökologisch und ökonomisch geboten, Deutschland im Jahr 2050 weitgehend mit erneuerbaren Energien und hocheffizient zu versorgen", ist sich Berg sicher. Die Energie-Enquête-Kommission hat dem Deutschen Bundestag Handlungsempfehlungen vorgelegt, wie sich das Ziel einer Treibhausgasreduktion um 40 Prozent bis 2020 und 80 Prozent bis 2050 auf diesem Weg erreichen lässt.

Berg kritisiert gleichzeitig, dass die Arbeit der Energie-Enquête-Kommission spätestens seit Anfang diesen Jahres von einer destruktiven Haltung von CSU/CDU und FDP gekennzeichnet war. Mit einem 250-seitigen Minderheitenvotum hätte die Opposition quasi einen eigenen Bericht geschrieben, der erkennen ließe, dass es im Bereich von Effizienz und teilweise auch bei den erneuerbaren Energien eigentlich Konsensmöglichkeiten gegeben hätte.

Die europäische Vereinigung begrüßt die Feststellung der Kommission, dass die Vollversorgung mit Erneuerbaren Energien die beste Option für eine nachhaltige Entwicklung darstellt. Allerdings sollte die nächste Energie-Enquête-Kommission eine vertiefte Untersuchung dieses Energieszenarios vornehmen und die Politik entsprechend begleiten.

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