Zwischenfall

EnBW zahlt Bußgeld für Panne im AKW Neckerwestheim

Die EnBW Energie Baden-Württemberg AG muss aufgrund eines Verstoßes gegen die Meldevorschriften bei einem Zwischenfall im AKW Neckarwestheim ein Bußgeld über 25.000 Euro zahlen. Zugleich hat Umwelt- und Verkehrsminister Mappus neue Sicherheitsmaßnahmen als "richtungsweisend" gewürdigt.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Karlsruhe (red) - Der Energiekonzern EnBW Energie Baden-Württemberg AG hat ein vom Umwelt- und Verkehrsministerium des Landes Baden-Württemberg auferlegtes Bußgeld über 25.000 Euro für eine zu spät gemeldete Panne akzeptiert. Man habe den Bußgeldbescheid angenommen, um einen ansonsten möglicherweise langwierigen gerichtlichen Verfahren aus dem Weg zu gehen, ließ das Unternehmen verlauten. Gleichwohl hat die EnBW Fehler eingeräumt und damit einhergehend einen Maßnahmenkatalog vorgelegt, der vom zuständigen Minister Stefan Mappus als "richtungsweisenden" in Sachen Sicherheit bezeichnet wurde.

Während der Jahresrevision 2004 des Gemeinschaftskernkraftwerkes Neckerwestheim II war Ende Juli geringfügig radioaktiv kontaminiertes Abwasser - etwa zwei Megabecquerel - unbemerkt in den Neckar gelangt. Nachdem es sich dabei bereits um den dritten Fall einer unzulässigen Freisetzung aus baden-württembergischen Anlagen innerhalb von zwei Jahren gehandelt hatte, hatte Minister Mappus aufsichtliche Anordnungen und die Einleitung eines Bußgeldverfahrens verfügt.

Indes hat die EnBW gemeinsam mit dem Umwelt- und Verkehrsministerium einen Maßnahmenkatalog erarbeitet, der Ableitungen radioaktiv kontaminierten Wassers in die Umgebung "noch wirkungsvoller als zuvor" unterbinden soll. Demnach wird die EnBW künftig Abwässer und Abfälle vor Abgabe aus der Anlage sammeln, beproben und hinsichtlich radioaktiver Verunreinigungen ausmessen. Mappus, für die Aufsicht über Kernkraftwerke zuständig, hat die ergriffenen Maßnahmen als "richtungsweisend" bezeichnet und wörtlich gesagt: "Die EnBW setzt mit diesen Maßnahmen neue Sicherheitsmaßstäbe in Deutschland".

Dieses Lob sei für die EnBW auch Ansporn, ihren sicherheitsgerichteten Weg entsprechend der von ihr definierten und auch vom Umweltminister des Landes ausdrücklich begrüßten Null-Fehler/Null-Toleranz-Politik konsequent weiter zu gehen. "Ziel ist unverändert, das gegebene hohe Sicherheitsniveau durch weitere organisatorische und technische Optimierung im Sicherheitsbereich noch weiter zu erhöhen", hieß es aus Karlsruhe.

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