Planungsstand

EnBW wird Obrigheim im Frühjahr 2005 abschalten

Die Mitarbeiter des EnBW-Kernkraftwerks Obrigheim bereiten sich langsam auf die Abschaltung im Frühjahr kommenden Jahres vor. In der "Nachbetriebsphase" soll das Personal reduziert und der Abbau zügig gestartet werden. Der Abriss könnte nach den aktuellen Zeitplänen 2023 abgeschlossen sein.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Obrigheim (red) - In den vergangenen Tagen hat der Energiekonzern EnBW über das "Schicksal" des Kernkraftwerks Obrigheim informiert, das nach Erzeugung einer Restsstrommenge von 3,2 Milliarden Kilowattstunden Strom im Frühjahr 2005 abgeschaltet werden soll.

Die restliche Produktionsmenge soll in zwei Etappen abgearbeitet werden. Die erste reicht dabei bis in den Oktober 2004. Darauf folgt eine etwa dreiwöchige Revision, bei der keine neuen Brennelemente mehr in den Reaktor kommen. Die eingesetzten Brennelemente werden lediglich umgesetzt, und mit diesem optimierten Kern wird der Restbetrieb gefahren. Die Produktion der letzten Kilowattstunde ist im Frühjahr 2005 zu erwarten.

Es schließt sich dann eine "Nachbetriebsphase" an, die bis Ende 2006 gehen soll und in der Zeit das Kraftwerk auf die Stilllegung vorbereitet wird. Bis zum Erhalt der bis dahin erwarteten ersten Stilllegungsgenehmigung soll nach EnBW-Plänen das Personal von derzeit 300 Mitarbeitern sozialverträglich reduziert werden.

Quasi übergangslos wollen die Betreiber den Überwachungsbereich von 2007 bis 2010, den Kontrollbereich von 2011 bis 2018 und die Restsysteme von 2019 bis 2020 abbauen. Danach könnte der konventionelle Abriss starten, der 2023 abgeschlossen wäre. Dieser Zeitplan setzt voraus, dass das als Nasslager in Betrieb genommene Zwischenlager bis 2012 geräumt ist. Zur Räumung des Nasslagers gibt es die Optionen Abtransport in die Wiederaufarbeitung und Trockenlagerung in sogenannten Castorbehältern. Beide Möglichkeiten werden derzeit untersucht.

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