EnBW will Stadtwerke zu Partnern machen - Vertrieb von "Yello-Strom" als Baustein der Kooperation

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com
Die Energie Baden-Württemberg AG (EnBW, Karlsruhe) hat ihren Partnerstadtwerken in Südwestdeutschland eine partnerschaftliche Kooperation mit ihrer Kölner Vertriebstochter "Yello-Strom" GmbH angeboten. "Die EnBW ist wie in der Vergangenheit ein starker und zuverlässiger Partner für die Stadtwerke im Wettbewerb", begründete Kurt Lillich, Geschäftsführer der EnBW-Vertreibsgesellschaft, diese Maßnahme. "Schon zu Beginn des Wettbewerbs haben wir allen Stadtwerken, die wir mit Strom beliefern, das Angebot gemacht, sie im Wettbewerb zu unterstützen. Dieses Versprechen haben wir gehalten und werden es auch zukünftig tun. Deshalb haben wir den Stadtwerken als nächsten Baustein der Zusammenarbeit auch die Vermarktung von Yello-Strom angeboten", so Lillich weiter.


Wenngleich unter bestimmten Voraussetzungen bereits von anderen Energieversorgern unterboten - etwa von den Bayernwerken -, gilt die EnBW-Tochter "Yello-Strom" mit ihrem knallharten Angebot derzeit als grundsätzlich günstigster Anbieter im Preiskampf: Unter dem Motto "Strom ist gelb" - die entsprechende Werbekampagne stellte selbst die vorangegangene "Privatstrom"-Offensive der RWE (Essen) in den Schatten - offeriert "Yello" bei einer Grundgebühr von 19 Mark pro Monat die Kilowattstunde für 19 Pfennige. "Wir haben Waschkörbe voll mit Anträgen", wird Yello-Chef Michael Zerr in der aktuellen Ausgabe des "Stern" - übrigens der neue Partner des Strom-Magazins - zitiert. Klar, dass die EnBW mit diesem Angebot den eigenen Anteilseignern, also den Stadtwerken, Konkurrenz machte; klar auch, dass die Stadtwerke Sturm liefen. Folge: Zumindest im südwestdeutschen Raum wurde die breite "Yello-Strom"-Kampagne zurückgefahren.


Anfang der Woche nun hatte die EnBW-Vertriebsgesellschaft die Stadtwerke zu einem Informationsaustausch eingeladen. Im Mittelpunkt der Unterredung standen der zunehmende Wettbewerb um Privatkunden und die Vermarktung von Yello-Strom. Und: Ein Großteil der Stadtwerke habe sich für eine Partnerschaft mit der EnBW entschieden, teilte das in Karlsruhe ansässige Unternehmen mit. Damit wurde die Situation nunmehr offensichtlich entschärft: "Von einem Streit kann keine Rede sein", ließ denn auch EnBW-Geschäftsführer Lillich heute verlauten.


Gemeinsam mit diesen Stadtwerken wird die EnBW in den kommenden Wochen Vermarktungsmodalitäten von "Yello-Strom" ausarbeiten, zudem will man auch auf anderen Feldern intensiver zusammenarbeiten. Bisher bietet die EnBW "ihren" Stadtwerken neben Strom unter anderem auch Unterstützung bei der Bedienung von Konzernkettenkunden, bei der Vermarktung von Dienstleistungen sowie Mitarbeiterschulungen an.


Einem Bericht des Südwestrundfunks (SWR) zufolge, können die EnBW-Partnerstadtwerke die Marke "Yello" für Ihre Kunden nutzen: Die Stadtwerke erwerben demzufolge eine "Yello"-Partner-Lizenz und dürfen für "Yello-Strom" werben und die Kunden über "Yello"-Angebote informieren. Entscheidet sich der bisherige Stadtwerke-Kunde für das "Yello"-Angebot, wird der neue Vertrag auch über die Stadtwerke abgewickelt - auf diese Weise ließen sich jene Kunden halten, die bislang von den Stadtwerken, künftig aber von "Yello-Strom" beliefert werden. So oder so - der Strom kommt von der EnBW, es sei denn, der Kunde wechselt zu einem ganz anderen Anbieter.


Thomas Liebau

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