Mit Spitzenausgleich

EnBW will mit Aktienverkauf Eigenkapital stärken

Die Energie Baden-Württemberg AG will mit diversen Maßnahmen ihr Eigenkapital stärken. In einem ersten Schritt trennt sich das Unternehmen von zwölf Millionen Aktien, die derzeit von der EnBW behalten werden. Der Erwerbspreis liegt bei 25,60 Euro, um rund 300 Millionen Euro soll durch den Verkauf das Eigenkapital gestärkt werden. EDFI und OEW werden ihre Erwerbsrechte in vollem Umfang auszuüben.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Karlsruhe (red) - Vorstand und Aufsichtsrat der Energie Baden-Württemberg Aktiengesellschaft haben die Einzelheiten eines umfangreichen Maßnahmenpakets zur Stärkung ihres Eigenkapitals festgelegt. In einem ersten Schritt sollen rund zwölf Millionen der derzeit von der EnBW gehaltenen eigenen Aktien den Aktionären im Wege eines Erwerbsangebots zum Erwerb angeboten werden. Auf Grundlage des vorgesehenen Erwerbsverhältnisses von 18:1 kann pro 18 bestehende Aktien eine Aktie der EnBW erworben werden. Da auch ein Spitzenausgleich durch die EnBW vorgesehen ist, können auch Aktionäre, die weniger als 18 Aktien besitzen, grundsätzlich eine Aktie der EnBW erwerben. Das Erwerbsrecht wird auf eine volle Zahl der Aktien aufgerundet, so dass zum Beispiel bei Besitz von 19 Aktien ein Erwerbsrecht auf 2 Aktien besteht. "Der Spitzenausgleich ist auch Abbild unseres Grundverständnisses der fairen Gleichbehandlung aller unserer Kapitaleigner", so Prof. Dr. Utz Claassen, Vorsitzender des Vorstands der EnBW.

Insgesamt werden 12.261.746 eigene Aktien (zuzüglich der für den Spitzenausgleich gegebenenfalls erforderlichen Aktien) zu einem Erwerbspreis von 25,60 Euro angeboten. Die EnBW erwartet aus dieser Transaktion eine Steigerung des Eigenkapitals um rund 300 Millionen Euro. Die Erwerbsfrist soll vom 25. Mai bis 8. Juni 2004 (jeweils einschließlich) laufen. Die beiden Großaktionäre der EnBW, die Electricité de France International (EDFI) und der Zweckverband Oberschwäbische Elektrizitätswerke (OEW) haben bereits im Vorfeld ihre Unterstützung bekundet, sowie ihre Bereitschaft, ihre Erwerbsrechte vollumfänglich auszuüben. Weitere Details des Angebots werden am 22. Mai im Erwerbsangebot, das von Citigroup begleitet wird, veröffentlicht werden.

Prof. Dr. Utz Claassen: "Die Bereitschaft unserer Großaktionäre, ihre Erwerbsrechte vollumfänglich auszuschöpfen, ist ein Vertrauensbeweis in die erfolgreich eingeleitete Konsolidierung und Neuausrichtung der EnBW sowie Folge der mittlerweile deutlich verbesserten Ertragskraft und der deutlich verbesserten Prognosesicherheit und Transparenz unseres Unternehmens. Mit der Stärkung der Eigenkapitalquote kommen wir zudem auch der Forderung der Rating-Agenturen nach einer Verbesserung der Kapitalstruktur nach".

Darüber hinaus haben sich die beiden Großaktionäre verpflichtet, nach Durchführung des Erwerbsangebots, nachrangige Gesellschafterdarlehen mit fünfjähriger Laufzeit in Höhe von jeweils 175 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen.

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