Schlammschlacht

EnBW verteidigt Großaktionär gegen Goll-Vorwürfe

Der ehemalige Vorstandsvorsitzende Gerhard Goll sieht sich zu Unrecht für die finanzielle Misere des Energieversorgers EnBW verantwortlich gemacht. In einem Interview mit der Stuttgarter Zeitung warf er dem EnBW-Großaktionär EdF vor, finanzielle Zusagen nicht eingehalten zu haben. Die EnBW hat daraufhin ihren wohl einflussreichsten Aktionär in Schutz genommen.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Zu Beginn der Woche hat der ehemalige Vorstandsvorsitzende der EnBW, Gerhard Goll, den EnBW-Großaktionär Electricite de France (EdF) heftig kritisiert. In einem Interview mit der Stuttgarter Zeitung (Dienstagsausgabe) warf er dem mit 34,5 Prozent an EnBW beteiligtem französischen Energieversorger vor, finanzielle Zusagen nicht eingehalten zu haben.

Goll verteidigte seinen im nachhinein stark kritisierten milliardenteuren Expansionskurs mit der versprochenen finanziellen Unterstützung durch die EdF. Allerdings sei die EnBW immer wieder vertröstet worden. Nun leidet der drittgrößte Energieversorger unter einer auf sechs Prozent geschrumpften Eigenkapitalquote. Auch die EdF steht vor einem riesigen Schuldenberg und hat weitere Expansionen zunächst auf Eis gelegt.

Goll wehrte sich in diesem Interview auch gegen die Formulierung des neuen EnBW-Chefs Utz Claassen, der vor einigen Tagen bilanzierte milliardenhohe Verlust sei den von Goll verursachten "Altlasten" zuzuschreiben. "Ich glaube nicht, dass der Halbjahresabschluss so ausgefallen wäre, wenn ich weitergearbeitet hätte", wurde Goll deutlich.

Die EnBW hat Großaktionär EdF indes in einer Mitteilung in Schutz genommen. Darin heißt es: "Die EnBW hat keinerlei Kenntnis von irgendwelchen Verpflichtungen der EdF gegenüber der EnBW, die von der EdF nicht eingehalten worden wären. Aus den im Unternehmen vorliegenden Dokumentationen ergeben sich keinerlei Hinweise hierauf." Zudem bedaure die EnBW, dass Gerhard Goll seinen Verdienst, den strategischen Partner EdF als Großaktionär gewonnen zu haben, selbst in Frage stellt. Es gebe keinerlei Veranlassung für diesbezügliche Kritik an den Aktionären der EnBW, heißt es in der Mitteilung weiter.

Das könnte Sie auch interessieren
Top