Effizienzsteigerungen angekündigt

EnBW verkauft weniger Strom an Industriekunden (Upd.)

EnBW kann sich der Wirtschaftskrise nicht entziehen. Wie der Energiekonzern am Donnerstag auf der Hauptversammlung in Karlsruhe mitteilte, sank der Stromabsatz an Industriekunden konjunkturbedingt im ersten Quartal 2009 um 14,1 Prozent.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Karlsruhe (ddp/red) - Vorstandschef Hans-Peter Villis sieht das Unternehmen aber dank einer "soliden Ertragskraft" für die Zukunft gut gerüstet. Dennoch kündigte er weitere Effizienzsteigerungen an. Mittelfristig soll so ein dreistelliger Millionenbetrag eingespart werden.

Bis zum Jahr 2011 will das Unternehmen den Angaben zufolge insgesamt 7,7 Milliarden Euro investieren. Auf diese Weise solle sowohl das Bestandsgeschäft gesichert als auch zusätzliches Wachstum erzielt werden. Ausbauen wolle EnBW seine Position in der Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien. Ziel bleibe es, bis zum Jahr 2020 den Anteil an erneuerbaren Energien auf 20 Prozent nahezu zu verdoppeln.

Einstieg in türkischen Energiemarkt

Mit der Türkei will sich EnBW schrittweise einen neuen Markt erschließen. Dort werde das Unternehmen in den nächsten Tagen ein Joint Venture mit dem türkischen Industrieunternehmen Borusan Holding gründen, hieß es. Es soll rund 2000 Megawatt Erzeugungskapazität aufbauen, auch hier überwiegend mit erneuerbaren Energien.

Im vergangenen Jahr hatte der Konzern seinen Umsatz um 10,8 Prozent auf 16,3 Milliarden Euro gesteigert. Das operative Ergebnis vor Steuern und Zinsen lag mit knapp 1,8 Milliarden Euro um 14,8 Prozent über dem Vorjahreswert.

Dividende von 2,01 Euro je Aktie

Die Aktionäre der EnBW haben auf ihrer ordentlichen Hauptversammlung beschlossen, eine Dividende von 2,01 Euro je berechtigter Aktie auszuschütten. Bezogen auf die dividendenberechtigten Aktien entspricht dies einer Ausschüttung von 491 Millionen Euro. Diese Dividendenausschüttung sei die höchste in der Geschichte des Konzerns und entspriche im Vergleich zum Vorjahr einer Dividendenerhöhung um 33 Prozent.

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