Kompromiss

EnBW und Gewerkschaften erzielen Einigung bei Tarifverhandlungen

Nach zähen Verhandlungen haben sich EnBW und die Gewerkschaft ver.di auf neue Personalmaßnahmen verständigt. Mit dem erzielten Kompromiss, der in Form einer "4,5-Tage-Woche" umgesetzt wird, können betriebsbedingte Kündigungen vermieden werden. EnBW-Personalvorstand Dr. Bernhard Beck bezeichnete die Einigung als "Sieg der Vernunft".

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

In der vierten Verhandlungsrunde haben die Tarifparteien der Energiewirtschaft Baden-Württembergs nach langen, zähen Verhandlungen heute am frühen Morgen einen Abschluss erzielt. Durch eine kreative Kombination verschiedenster Personalmaßnahmen konnte ein Kompromiss erzielt werden, die betriebsbedingte Kündigungen vermeidet. Dazu trägt maßgeblich eine Arbeitszeitverkürzung im EnBW-Konzern bei, die in Form einer "4,5-Tage-Woche" umgesetzt wird.

Ab 1. Januar 2007 erhalten die Mitarbeiter einheitlich ein tariflich gesichertes Weihnachtsgeld in Höhe einer Monatsvergütung. Mit dieser Maßnahme wird eine Viezahl unterschiedlicher Sonderzahlungen abgelöst. Die Mitarbeiter werden in vier gleichen Jahresstufen an dieses Niveau herangeführt.

Der vereinbarte Vergütungstarif hat eine Laufzeit von 24 Monaten, die sich in zwei Phasen gliedert: Für die ersten zehn Monate erfolgt eine Einmalzahlung von 700 Euro, die mit dem Aprilgehalt ausgezahlt wird. Danach erfolgt eine Steigerung um 1,8 Prozent. Im übrigen wird es neue Regeln für die Erfolgsbeteiligung und für die betriebliche Altersversorgung geben, sowie einen gesonderten Einsparbetrag der Führungskräfte und einen Beitrag kleinerer Konzerngesellschaften. Zusammen mit dem bereits zuvor vereinbarten Abbau von bis zu 2140 Mitarbeitern entsteht mit dem heutigen Tarifabschluss für den gesamten EnBW-Konzern in der perspektivischen Gesamtschau bis 2006 eine ertragswirksame Entlastung bei den Personalkosten um 337 Millionen Euro.

Der EnBW-Verhandlungsführer, Personalvorstand und Arbeitsdirektor, Dr. Bernhard Beck, weist allerdings wohlmeinende Glückwünsche zurück: "Dies ist ein Sieg der Vernunft – nicht der einen oder der anderen Seite!" Auch der EnBW-Vorstandsvorsitzende, Prof. Dr. Utz Claassen, sieht hier die Parität für beide Seiten gewahrt: "Das ist eine wirklich überzeugende Win-Win-Situation, bei der es nur Gewinner gibt: Das Unternehmen hat seine wirtschaftlichen Ziele erreicht, und die Belegschaft hat durch die Vermeidung betriebsbedingter Kündigungen, die Tarifierung des Weihnachtsgeldes und das Fortleben einer betrieblichen Altersversorgung ebenfalls gewonnen. Das ist die bestmögliche Kombination aus Ökonomie und Sozialverantwortung. Das Verhandlungsergebnis zeigt, dass mit Kreativität und Innovation auch schwerwiegendste Probleme zum beiderseitigen Vorteil gelöst werden können."

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