Spiel auf Zeit

EnBW und EWE streiten um Gasanbieter-Anteile

Eigentlich sollte der Einstieg beim Oldenburger Versorger EWE im Jahr 2009 der EnBW einen besseren Zugang zum Gasmarkt eröffnen. Denn EWE hält knapp 48 Prozent der Anteile an dem Leipziger Gasunternehmen VNG. Doch dadurch eröffnen sich für EnBW offenbar weitere Baustellen mit hohen finanziellen Risiken.

Gaspreise© Jaap2 / iStockphoto.com

Stuttgart/Karlsruhe (dapd/red) - Denn Teil des Vertrages war auch der Erwerb der VNG-Anteile durch die EnBW. "Unsere Ansicht ist, dass es sich dabei um eine Option handelt und nicht um eine rechtliche Verpflichtung", sagte ein EnBW-Sprecher am Montag der Nachrichtenagentur dapd. Er bestätigte zudem einen Bericht der "Stuttgarter Zeitung" vom selben Tag, wonach EWE die Auffassung vertritt, dass die Karlsruher zum Erwerb verpflichtet seien. Derzeit würden Gespräche geführt, in denen es unter anderem um eine Verlängerung der Vereinbarung gehe.

Preisdruck bei Gas könnte rote Zahlen für VNG bringen

Bei einem Nachtrag zu einem Prospekt über eine kürzlich ausgegebene Anleihe der EnBW musste der Konzern deswegen explizit darauf hinweisen. "Der Kauf könnte zu einer ungeplanten finanziellen Belastung des Konzerns führen und das Rating der EnBW gefährden", heißt es darin. Hinzu kommt, dass die Attraktivität von VNG infrage steht. Medien hatten berichtet, dass das Unternehmen in diesem Jahr in die roten Zahlen rutschen dürfte. Ein Grund sei der Preisdruck bei Gas.

Rückkauf der EWE-Anteile ist strittig

Risiken birgt auch ein weiterer Punkt. Beim Kauf der EWE-Anteile 2009 sei vereinbart worden, dass diese bei einem Kontrollwechsel bei EnBW den kommunalen Anteilseignern zum Rückkauf angeboten werden müssen. Strittig ist, ob die Übernahme von 46,5 Prozent der EnBW-Anteile vom französischen Energiekonzern EdF durch das Land Baden-Württemberg als Kontrollwechsel zu werten ist.

In dem Nachtrag schreibt EnBW, es bestehe das Risiko, "dass der im Nichteinigungsfall gutachterlich zu ermittelnde Kaufpreis unter dem aktuellen Buchwert bei EnBW liegt".

Laut EnBW-Sprecher machte der Konzern bereits zuvor auf diese Risiken aufmerksam. Die Rechtsauffassung von EWE habe EnBW jetzt dazu veranlasst, noch einmal nachdrücklich darauf hinzuweisen.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Stromnetz Ausbau

    EnBW verkauft Beteiligungsholding Geso nach Dresden

    Die EnBW Energie Baden-Württemberg AG verkauft ihre sächsische Beteiligungsholding Geso an die Technischen Werke Dresden (TWD). Der Verkauf ist eine Auflage des Kartellamts gewesen für den Fall, dass EnBW bei der Leipziger Verbundnetz Gas AG einsteigt.

  • Hochspannungsmasten

    EnBW will Geso verkaufen

    Der Energiekonzern EnBW Energie Baden-Württemberg AG ist grundsätzlich bereit, seine Anteile am sächsischen Versorger Geso Beteiligungs- und Beratungs-AG abzugeben. Das habe der Aufsichtsrat auf seiner Sitzung am Donnerstag beschlossen, teilte der Konzern aus Karlsruhe am Freitag mit.

  • Hochspannungsmasten

    Verbundnetz Gas erzielt 2008 Absatzrekord

    Ungeachtet der wettbewerbsbedingten Verluste auf dem ostdeutschen Markt hat die Leipziger Verbundnetz Gas AG (VNG) 2008 einen neuen Absatzrekord erzielt. Grund hierfür sei die Erschließung neuer Märkte in Westdeutschland und im europäischen Ausland.

Gastarife vergleichen auf Tarife.de
Tipps und Ratgeber
Alle Tarif- und Preisangaben brutto. Trotz sorgfältiger Erstellung wird für die Richtigkeit keine Haftung übernommen. Beachten Sie Preise und AGB der Anbieter. Alle Angaben ohne Gewähr.
Top