Bis 2005

EnBW: Ultimatum für Yello

Der Kölner Stromanbieter Yello muss bis zum Jahr 2005 die Gewinnzone erreichen. Das betonte der Chef des drittgrößten deutschen Stromkonzerns EnBW, Dr. Utz Claassen, gestern in Düsseldorf. Wie das Handelsblatt weiter berichtet, sorgte die EnBW-Vertriebstochter Yello für Anlaufverluste von über 500 Millionen Euro.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Claasen, der das Ultimatum als "ausdrückliche Aufforderung" verstanden wissen will, zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass Yello die Vorgaben auch erreichen wird. EnBW wolle Yello, das eigen Angaben zufolge mittlerweile über eine Million Kunden verfügt und eine Marktbekanntheit von 96,7 Prozent hat, "nicht in irgendeiner Art in Frage stellen". Für die EnBW sei die bekannte Vetriebstochter sogar eine Art Lebensversicherung mit Perspektiven für das Ausland. Die bisherigen Verluste bezeichnete Claassen laut Handelsblatt als "normalen Vorgang in einem langfristigen Aufbauprozess".

Yello-Geschäftsführer Michael Zerr trug den EnBW-Forderungen mit der Ankündigung Rechnung, alle Kostenblöcke seines Unternehmens auf den Prüfstand stellen zu wollen. Weil aber mehr als die Hälfte der Kosten aus Durchleitungsentgelten bestünden, hofft man in Köln nicht zuletzt auf einen starke Regulierungsinstanz, die ab Mitte kommenden Jahres den Wettbewerb und die Preise überwachen soll.

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