Neue Studie

EnBW: Stromnetzbetreiber verlangen überhöhte Netznutzungsentgelte

Die EnBW hat heute eine weitere Studie vorgelegt, die beweist, dass die deutschen Stromnetzbetreiber bei den Netznutzungsentgelten ordentlich abkassieren. Strukturelle Gründe seien dabei nur ein Vorwand hat der Leiter des Bremer Energie Instituts herausgefunden. Es entstehen Mehreinnahmen von einer halbe Milliarde Euro.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Viele Betreiber von Stromnetzen verlangen überhöhte Netznutzungsentgelte. Die Preise richten sich offensichtlich nicht nach den Kosten, sondern nach wettbewerbsstrategischen Kriterien. Dies geht aus einer Analyse von Prof. Dr. Wolfgang Pfaffenberger, Leiter des Bremer Energie Instituts hervor. Das Gutachten war von der EnBW Energie Baden-Württemberg AG in Auftrag gegeben worden und wurde heute im Rahmen eines EnBW Workshops in Berlin vorgestellt.

In dem Gutachten sind 156 der insgesamt etwa 900 deutschen Stromnetzbetreiber untersucht worden, die etwa 75 Prozent der deutschen Bevölkerung abdecken. Die Entgelte, die die Betreiber der deutschen Stromverteilnetze für die Stromdurchleitung verlangen, variieren dabei deutlich, um bis zu 100 Prozent. Diese hohen Unterschiede werden von vielen Netzbetreibern regelmäßig mit strukturellen Besonderheiten erklärt. Dem widerspricht das Gutachten. Es untersucht die Auswirkungen von verschiedenen Strukturfaktoren wie Fläche, Leitungslänge oder Bevölkerung auf die Netznutzungsentgelte. Ergebnis der Analyse: Mehr als die Hälfte der untersuchten Netzbetreiber verlangt überhöhte Entgelte. Sie missbrauchen somit ihre Stromnetze zum Schutz ihres historischen Gebietsmonopols und behindern den Wettbewerb in der deutschen Stromwirtschaft, heißt deshalb die Schlussfolgerung. Das Gutachten kommt weiterhin zu dem Ergebnis, dass diese Unternehmen damit etwa eine halbe Milliarde Euro pro Jahr zusätzlich einnehmen.

Experte Pfaffenberger fordert nun die konsequente Anwendung des "Vergleichsmarktkonzepts" in Deutschland. Bei diesem Konzept (engl. "Yardstick competition") wird ein Vergleichsunternehmen mit niedrigem Preis ausgewählt. Alle anderen Unternehmen werden unter Berücksichtigung ihrer strukturellen Gegebenheiten an diesem Preis gemessen. Die EnBW ihrerseits forderte das Bundeskartellamt auf, gegen die Netzbetreiber vorzugehen, die diese missbräuchlich hohen Entgelte verlangen.

Das Gutachten ist in Kurzform bei der EnBW Repräsentanz im Berliner Sony Center Fon: 030-25751222 erhältlich.

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