Erfahrungen

EnBW sieht in Erdwärme möglichen Zukunftsmarkt

Mit Beginn der zweiten Tiefenbohrung geht das Projekt zur Erschließung von Erdwärme nach dem Hot-Dry-Rock(HDR)-Verfahren in Bad Urach bei Stuttgart in die Endphase. Die Uracher Erkenntnisse können Risiko und Kosten der Erschließung von Erdwärme deutlich senken und ermöglichen, geothermischen Strom fast überall in Deutschland zu nutzen.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Stuttgart/Bad Urach (ddp-bwb/sm) - Die Energie Baden-Württemberg AG (EnBW) hofft beim Ausbau der erneuerbaren Energien auf die Erdwärme. EnBW-Technik-Vorstand Thomas Hartkopf sagte heute in Stuttgart, bei einem Erfolg des Erdwärmeprojektes in Bad Urach werde sich der Konzern für geothermische Technologien einsetzen. Zunächst müssten aber die Erfahrungen in Bad Urach abgewartet und ausgewertet werden. Aus heutiger Sicht wäre es noch verfrüht zu sagen, dass Erdwärme "die Zukunft ist".

In Bad Urach soll unter Beteiligung der EnBW, der Stadtwerke Bad Urach und der REpower Systems AG das erste Erdwärmekraftwerk Deutschlands auf Basis des "Hard-Dry-Rock"-Verfahrens entstehen. Dabei wird im Gegensatz zu den bisher gebräuchlichen geothermischen Verfahren, die Thermalwasser benötigen, Energie aus heißem und trockenem Tiefengestein gewonnen.

Heute Nachmittag läuft im Beisein von Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) die zweite Bohrung für das Projekt an, das laut EnBW von der Bundesregierung mit 4,3 Millionen Euro gefördert wird. Der Bau und die Inbetriebnahme des Kraftwerkes ist für 2005 vorgesehen.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Energiewirtschaft

    Industrie wird weiterhin bei Ökostrom-Umlage verschont

    Die deutsche Industrie wird auch in der Zukunft von der Ökostrom-Abgabe weitestgehend befreit bleiben. Nach langen Diskussionen konnten sich die EU-Kommission und die Bundesregierung aufeinander abstimmen.

  • Naturstrom

    EEG-Reform: Neue Regeln für Windenergie geplant

    Für die Windenergie wird es mit der Reform des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes im kommenden Jahr Änderungen bei der Förderung geben. Ähnlich wie es bereits für den Sonnenstrom gilt, soll die Höhe der Förderung über Ausschreibungen festgelegt werden.

  • Hochspannungsmasten

    Bohrbeginn für das erste deutsche Erdwärmekraftwerk

    Am 27. Februar wird Bundesumweltminister Trittin mit einer symbolischen Bohrung das erste Erdwärmekraftwerk Deutschlands aus der Taufe heben. In Bad Urach soll umweltgerechter Strom mit Energie aus heißem, trockenem Tiefengestein erzeugt werden. Das Projekt wird von der Bundesregierung gefördert.

  • Strom sparen

    EnBW bündelt Kernkraftaktivitäten

    Die insgesamt fünf Kernkraftblöcke der EnBW in Neckarwestheim, Obrigheim und Philippsburg sollen in einer gemeinsamen Gesellschaft zusammengeführt werden. Die Energie Baden-Württemberg Kernkraft GmbH (EnKK) hat vier Geschäftsführer, es werden positive Einflüsse beim Betrieb, der Instandhaltung und der Verwaltung der fünf Kernkraftwerksblöcke erwartet.

  • Energieversorung

    Bundeskabinett beschließt EEG-Novelle

    Das Bundeskabinett hat heute die Novellierung des EEG beschlossen. Gestützt auf die Erfahrungen der letzten Jahre werden die Einspeisevergütungen teils gesenkt, teils stärker differenziert und in einzelnen Bereichen erhöht. Die Degression wird durchgängig eingeführt. Auch die sogenannte "große" Wasserkraft wird gefördert.

Top