EnBW Reparaturtrupps pausenlos im Einsatz

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com
Drei Tage nach dem Jahrhundert-Orkan Lothar ist das Ausmaß der Schäden im Bereich der EnBW Energie Baden-Württemberg AG immer noch nicht abschätzbar. Zwar wurde fieberhaft an der Beseitigung der Störungen im Versorgungsnetz gearbeitet. Ganz vereinzelt waren aber auch am Dienstag Kunden in unzugänglichen Gegenden noch ohne Strom, andere mussten kurzzeitige reparaturbedingte Abschaltungen in Kauf nehmen. Einsetzende Schneefälle sorgten außerdem insbesondere in den Hochlagen des Schwarzwaldes für neue Versorgungsunterbrechungen.


Die EnBW Reparaturtrupps sind unter Aufbietung aller Personalreserven seit Sonntag pausenlos im Einsatz, um die Orkanschäden an Strommasten, Leitungen, Umspannanlagen und Dachständern zu lokalisieren und so schnell wie möglich zu beseitigen. Dies ist bis gestern unter erschwerten Witterungsbedingungen in weiten Teilen des Landes gelungen, so dass - bis auf einige Ausnahmen - alle Netzkunden der EnBW wieder unter Strom standen. Bei diesen Ausnahmen handelte es sich überwiegend um einzelne Gemeindeteile, abgelegene landwirtschaftliche Anwesen oder Einzelgebäude, zum Teil mit schweren Dachschäden, durch die die Stromanschlüsse gekappt wurden. Allerdings gab es auch neue Versorgungsunterbrechungen. So waren und sind reparaturbedingte Stromabschaltungen mancherorts nicht zu vermeiden. Sie werden zeitlich so kurz wie möglich gehalten. Ganz vereinzelt kam es auch zu Ausfällen von Stationen und Leitungsstrecken, die durch Netzumschaltungen überlastet waren.


Besondere Probleme warf der in der Nacht zum Dienstag einsetzende Neuschnee in den Höhenlagen der Mittelgebirge auf. Der nasse Schnee drückte angebrochene Bäume vollends um, was zu neuen Schäden an bisher intakten, aber auch an provisorisch reparierten Stromleitungen führte. So standen die Reparaturmannschaften der betroffenen EnBW Regionalzentren vor neuen Herausforderungen. Dies galt insbesondere für das Versorgungsgebiet des EnBW Regionalzentrums Freudenstadt, wo es tagsüber zu einer Lageverschlechterung kam. Überall in den Höhenlagen kam es in Folge ausgedehnter neuer Schneebruchschäden zu Ortsnetzstörungen, wodurch einzelne Gemeindeteile, Straßenzüge und abgelegene Gebäude von der Stromversorgung abgeschnitten wurden. Betroffen waren unter anderem die Räume Birkenfeld, Loffenau und Bad Herrenalb, das Waldachtal sowie Teile von Seewald, Hochdorf und Glatten. Nur wenig besser erging es auf der anderen Seiten des Schwarzwaldes dem südbadischen EnBW Regionalzentrum Rheinhausen im Bereich Schluchsee, Bonndorf und St. Blasien sowie den der Schwäbischen Alb zugewandten Teilen des Regionalzentrums Biberach. Die Versorgungsausfälle waren hier zwar durchweg örtlich begrenzt und trafen nur relativ wenige Kunden. Weiter anhaltende Schneefälle vor allem in waldreichen Mittelgebirgsregionen könnten die Lage gebietsweise aber wieder verschärfen.



Um den Strombezug dort wenigstens notdürftig sicherzustellen, wo die Netzversorgung länger andauernd ausbleibt, sind landesweit dieselbetriebene Notstromaggregate im Einsatz. Diese wurden zur Überbrückung unterbrochener Leitungsabschnitte genutzt, aber auch zum Beispiel landwirtschaftlichen Kunden zur Verfügung gestellt, damit dort existenzielle Betriebsfunktionen (Melkmaschinen, Heizung, Stallbelüftung) aufrecht erhalten werden können.

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