Gutachter eingeschaltet

EnBW prüft Ungereimtheiten bei Atom-Deals mit Russland

Der Energiekonzern EnBW prüft offenbar Ungereimtheiten und mögliche Regelverstöße bei Atom-Geschäften mit Russland. Worum es sich genau handelt, hat das Unternehmen nicht mitgeteilt. Allerdings ist von einem Verdacht auf "mangelhafte Vertragserfüllung" die Rede.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Karlsruhe (ddp/red) - Nach einem Bericht der "Stuttgarter Zeitung" (Freitagsausgabe) geht es unter anderem um die Lieferung von Brennelementen für Atomkraftwerke oder Pläne für den Rückbau des stillgelegten Reaktors Obrigheim. Dies habe das Unternehmen der Zeitung bestätigt.

Wegen des Verdachts auf "mangelhafte Vertragserfüllung" habe man 116,5 Millionen Euro vorsorglich abgeschrieben. Die Vorgänge seien 2009 bekanntgeworden, und würden derzeit von externen Gutachtern bewertet. Die Atomaufsicht sei nicht eingeschaltet. Worin die möglichen Unregelmäßigkeiten bestehen, wurde vom Unternehmen nicht bekanntgegeben.

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