Für Hausheizung

EnBW Pilotprojekt: Geothermiekarte belegt Nutzungspotential von Erdwärme

Der Energieversorger EnBW hat für die Region Ettlingen eine Geothermiekarte erstellt. Sie zeigt mit einer übersichtlichen Farbskala an, in welchem Umfang, unter welchen Bedingungen und mit welchem Aufwand die Erdwärme in Tiefen bis zu 80 Metern genutzt werden kann.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Die EnBW Energie Baden-Württemberg AG hat ihr Pilotprojekt "Untiefe Geothermie" abgeschlossen. Ziel des Projekts war die Ermittlung und Kartierung von Nutzungspotentialen für untiefe Geothermie (bis zu 80 Metern) in Ettlingen. Die in der einjährigen Untersuchung erstellte Geothermiekarte für die Beispielregion Ettlingen belegt nun, dass Erdwärme für die Hausheizung eine Alternative zur herkömmlichen Verbrennung von Öl und Gas sein kann.

"Wir messen der Geothermie eine wachsende Bedeutung in der Wärmeversorgung der Zukunft bei, insbesondere in Regionen mit dafür besonders geeigneten geologischen Verhältnissen wie im Oberrheingraben", sagte der Leiter des Bereichs Forschung, Entwicklung und Demonstration der EnBW, Dr. Wolfram Münch. Das Pilotprojekt wurde aus Mitteln des EnBW Forschungsprogramms finanziert. Das EnBW Tochterunternehmen ELS Genius GmbH Ettlingen und die ECOS Umwelt GmbH aus Aachen hatten die planerische und technische Betreuung übernommen. Bei der Datenbeschaffung waren die Stadt Ettlingen, das Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau in Freiburg, die Stadt Karlsruhe und die Stadtwerke Karlsruhe sowie das Landesamt für Umweltschutz Baden-Württemberg in Karlsruhe behilflich.

Die jetzt fertiggestellte Geothermiekarte zeigt mit einer übersichtlichen Farbskala an, in welchem Umfang, unter welchen Bedingungen und mit welchem Aufwand die Erdwärme in Tiefen bis zu 80 Metern für die Hausheizung vernünftig genutzt werden kann. In der Karte sind neben geologischen Bedingungen auch genehmigungsrechtliche Aspekte sowie Bebauungspläne berücksichtigt. Für die Geothermiekarte wurden auf bestehendes Datenmaterial zurückgegriffen als auch eigene Testbohrungen durchgeführt. Die aus diesem Projekt gewonnenen Ergebnisse werde die EnBW nun zunächst ihren kommunalen Partnern vorstellen und gemeinsam mit ihnen die weitere Vorgehensweise erörtern. Zur Nutzung der untiefen Erdwärme – etwa zur Gebäudeheizung - werden bei vorhandenem Geothermie-Potenzial zusätzlich Wärmepumpen installiert. Notwendig ist der Wärmepumpeneinsatz, weil das Temperaturniveau des Untergrunds bei Nutzung der untiefen Geothermie in Baden-Württemberg und geologisch vergleichbaren Gebieten nicht für eine Direktheizung ausreicht. Die untiefe Geothermie erlaubt, die nahezu Jahreszeit unabhängige Erdwärme bei moderaten Bohrkosten zu nutzen und ist eine Fortentwicklung des bisherigen Boden-Wärmepumpensystems, wobei hier statt eines Kältemittels ein Wasser-Glykol-Gemisch verwendet wird. Die Investitionskosten der Erdwärmeheizung für ein Einfamilienhaus sind durch die Erschließung der Wärmequelle etwas höher als bei vergleichbaren gas- oder ölbefeuerten Heizanlagen. Der Ausstoß des klimaverändernden Kohlendioxid und die Energiekosten je Quadratmeter Wohnfläche fallen jedoch um 40 bis 50 Prozent geringer aus als beim konventionellen Pendant.

Das könnte Sie auch interessieren
  • EnBW

    EnBW erhöht Preise für Leitungsnutzung

    Deutschlands drittgrößter Energieversorger EnBW erhöht die Preise für die Benutzung seiner Stromleitungen. Die sogenannten Netznutzungsentgelte steigen vom Januar kommenden Jahres an für Haushaltskunden um rund 15 Prozent - von derzeit 5,58 auf 6,41 Cent je Kilowattstunde.

  • Erde

    Revolutionierende Erfindungen: Nachhaltig und energiesparend

    Die industrielle Revolution hat neben Ihren zahlreichen technischen Fortschriften auch Probleme wie etwa Umweltverschmutzung mit sich gebracht. Doch zahlreiche Erfindungen der letzten Jahre zeigen, dass Neuheiten nicht mehr umweltbelastend sein müssen.

  • Strompreise

    EnBW verzeichnet 34 Prozent mehr Umsatz

    Die EnBW bleibt nach Ansicht von Vorstand Gerhard Goll die drittstärkste Kraft im deutschen Strommarkt. Er könne die Äußerungen von Vattenfall Europe nicht verstehen, sagte er heute in Karlsruhe auf der Vorstellung der Eckdaten zum Geschäftsjahr 2001.

  • Hochspannungsleitung

    Berliner Babyklappen-Klinik erhält BUND-Zertifizierung

    Durch erhebliche Energiesparmaßnahmen hat das Zehlendorfer Kinderkrankenhaus Waldfriede es geschafft, jährlich den Ausstoß von 1200 Tonnen Kohlendioxid zu vermeiden. Dafür wurde es jetzt vom BUND ausgezeichnet.

  • Strom sparen

    Veränderungen in der Strombranche: MVV, EAM und Stadtwerke München unter ersten zehn

    Die Essener RWE führt nach wie vor die Top 10 der deutschen Stromversorger an. Mit 255 Milliarden Kilowattstunden ist der Energieversorger unangefochtener Spitzenreiter. Es folgen E.ON und EnBW.

Top