EnBW nutzt künftig die Kapazitäten der Müllverbrennungsanlage Stuttgart-Münster

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com
Die EnBW Energie Baden-Württemberg AG wird nach Verhandlungen mit der Stadt Stuttgart die freien Kapazitäten der Müllverbrennungsanlage in Stuttgart-Münster nutzen. EnBW und Neckarwerke Stuttgart AG gründen dafür eine gemeinsame Betreibergesellschaft. Die EnBW verzichtet deshalb auch auf den Bau einer Anlage zur thermischen Abfallverwertung am Kraftwerksstandort Heilbronn. Dies berichtete die EnBW in einer in Karlsruhe veröffentlichten Mitteilung.


Die Müllverbrennungsanlage in Stuttgart-Münster, in der die Neckarwerke Stuttgart AG (NWS) den Restmüll der Stadt Stuttgart entsorgen, ist für die Verarbeitung von 420 000 Tonnen Restmüll pro Jahr genehmigt und ausgelegt. Derzeit können aber nur rund 240 000 Tonnen jährlich verarbeitet werden. Die Anlage verfügt zwar über eine sehr moderne Rauchgasreinigungsanlage und einen neuen Müllbunker. Zwei der drei Kessel sind jedoch bereits 29, beziehungsweise 35 Jahre alt und laufen nur mit eingeschränkter Verfügbarkeit. Die T-plus GmbH - ein Unternehmen der EnBW Entsorgungstochter U-plus Umweltservice AG - hat ihrerseits mit mehreren kommunalen Gebietskörperschaften Verträge für die Entsorgung von Restmüll ab dem Jahr 2005 abgeschlossen. Um diese Verträge zu erfüllen, sollte ursprünglich am Standort Heilbronn eine eigene thermische Behandlungsanlage errichtet werden. Durch den Abschluss einer Kooperationsvereinbarung zwischen der Stadt Stuttgart, der NWS und der EnBW wurde jetzt eine für alle Beteiligten optimale Lösung gefunden. Kern der Vereinbarung ist, in Münster insgesamt rund 200 Millionen Mark zu investieren und so die Gesamtkapazität der Anlage bis zum Jahr 2005 auf die genehmigten 420 000 Tonnen pro Jahr zu ertüchtigen. Davon benötigt die Stadt Stuttgart 235 000 Tonnen, 185 000 Tonnen stehen der T-plus zur Verfügung. Die gemeinsame Betreibergesellschaft von EnBW und NWS übernimmt die Finanzierung der Ersatzinvestition und auch den Betrieb der Anlage.


Die EnBW Kraftwerke AG hat unmittelbar nach dieser Entscheidung, die auch zur Folge hat, dass die EnBW keine Müllverwertungsanlage in Heilbronn baut, Gespräche mit der Stadt Heilbronn über die Weiterentwicklung des dortigen Kraftwerk-Standortes aufgenommen. Gemeinsames Ziel dieser Gespräche ist, die hier vorhandenen Freiflächen für langfristig anstehende Ersatzinvestitionen im Kraftwerksbereich zu sichern und gegebenenfalls die Nutzung weiterer Flächen und Gebäude für andere Industrieunternehmen zu ermöglichen.

Das könnte Sie auch interessieren
Top