EnBW: Neues Brennkammerkonzept für Thermoselect-Anlage vorgestellt

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Nach vierwöchiger intensiver Planungsarbeit hat die EnBW Energie Baden-Württemberg AG heute das angekündigte neue Brennkammerkonzept für die im EnBW Auftrag in Karlsruhe errichtete Abfallbehandlungsanlage Thermoselect vorgestellt. Mit dem Übergang von einer offenen zu einer geschlossenen Brennkammer werde es künftig möglich sein, "auch im Falle von Störungen des Normalbetriebs den Anforderungen gerecht zu werden", so der EnBW Vorstandsvorsitzende Gerhard Goll vor Journalisten in Karlsruhe.


"Diese neue Brennkammer hat nichts mit dem Normalbetrieb der Thermoselect-Anlage zu tun - sie ist also auch keine Einrichtung, in der Abfall zu Synthesegas umgewandelt wird", betonte Dr. Klaus J. Kasper, EnBW Vorstandsmitglied und Geschäftsführer des für den Anlagenbetrieb zuständigen EnBW Tochterunternehmens Thermoselect Südwest GmbH. Die Brennkammer diene "alleine der sicheren und die genehmigten Emissionen einhaltenden Abführung von bereits entstandenem Synthesegas, das bei Störungen nicht über den normalen Weg entsorgt werden kann." Das in enger Zusammenarbeit mit dem Regierungspräsidium Karlsruhe erarbeitete neue Brennkammerkonzept sieht vor, dass in Fällen von Störungen des Normalbetriebs das bei der thermischen Abfallbehandlung entstehende Synthesegas nicht mehr über eine offene Brennkammer "abgefackelt" wird, sondern in einer geschlossenen Brennkammer verbrannt und dann über nachgeschaltete Reinigungsanlagen und den Normalbetriebs-Schornstein abgeführt wird. Die im Rahmen der gegenwärtigen Jahresrevision der Thermoselect-Anlage jetzt zeitnah in Angriff zu nehmende Nachrüstung mit dem neuen Brennkammerkonzept geschehe "in enger Abstimmung mit den Behörden und unter Hinzuziehung externen Sachverstands", erklärte der EnBW Vorstandsvorsitzende Goll. Der Umbau erfolge "zügig, aber ohne unnötigen Zeitdruck." Für die Gebietskörperschaften, deren Abfälle durch Thermoselect entsorgt werden, entstünden durch die Nachrüstung keine Mehrbelastungen.


Dr. Klaus J. Kasper erläuterte das im Rahmen der im Jahre 1996 erteilten Genehmigung liegende neue Brennkammerkonzept und zeigte sich überzeugt, dass diese Lösung die Zustimmung des Regierungspräsidiums und der zuständigen Fachbehörden finden werde. Die Einhaltung der im damaligen Genehmigungsbescheid enthaltenen, sehr ehrgeizigen Werte könne künftig im Falle von Störungen des Normalbetriebs zuverlässig gewährleistet werden, da auch in diesen Ausnahmesituationen das Abgas über aufwendige Reinigungsstufen geführt werde. Der Antrag zur Genehmigung des neuen Brennkammerkonzepts könne kurzfristig beim Regierungspräsidium eingereicht werden.


Am 25. Juli hatte die EnBW mitgeteilt, das bisherige offene Brennkammerkonzept durch ein geschlossenes System mit Reinigungsstufen ersetzen zu wollen. Als Grund für diese Nachrüstung wurde auf die Erfahrungen im bisherigen Betrieb der Thermoselect-Anlage verwiesen: Dabei habe sich herausgestellt, dass die offene Verbrennung des Synthesegases - wie sie bei Betriebsstörungen und nur bei diesen vorgesehen war - dazu führte, dass die Emissionen nicht in allen Fällen mit dem notwendigen Sicherheitsabstand unter dem Genehmigungswert lagen, beziehungsweise in Einzelfällen diesen auch überschritten. Im Normalbetrieb hat der bisherige Betrieb dagegen bestätigt, dass die Thermoselect-Anlage die sehr niedrigen, weit unterhalb der gesetzlichen Grenzen liegenden Genehmigungswerte zuverlässig einhält, ganz überwiegend sogar noch unterschreitet.

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