Bilanz

EnBW: Kundennähe und Wachstum in Partnerschaften als Erfolgsmodell

Zufrieden kann die Energie Baden-Württemberg AG auf das Jahr 2001 zurückblicken: Der Umsatz der EnBW-Gruppe stieg um 34,9 Prozent auf 7,9 Milliarden Euro. EnBW-Chef Goll auf der Hauptversammlung: "Wir haben auch im vierten Jahr des liberalisierten Energiemarktes unseren Wachstumskurs erfolgreich fortgesetzt".

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Die EnBW Energie Baden-Württemberg AG setzt auch in diesem Jahr auf ihr Partnerschaftskonzept zur Sicherung der Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit. Dies betonte Gerhard Goll, Vorstandsvorsitzender der EnBW, auf der Hauptversammlung, die heute in Karlsruhe stattfand. "Partnerschaft ist eines der wichtigsten Elemente der Marktbearbeitung. Alleingänge in der Energiewirtschaft gehören der Vergangenheit an", so Goll.

Mit ihrem Partnerschaftskonzept sei die EnBW bereits in den letzten Jahren erfolgreich gewesen - dies zeige auch der Geschäftsverlauf des vergangenen Jahres. So sei es gelungen, die Ziele Wachstum und Konsolidierung erfolgreich zu verknüpfen. Der Konzern-Jahresabschluss habe die Planungen des Unternehmens bestätigt; in einigen Bereichen seien die Planungen sogar deutlich positiv übertroffen worden. Gewachsen sei die EnBW Gruppe nicht nur durch Beteiligungserwerbe, sondern auch durch die Gewinnung neuer Kunden und die Erschließung neuer Märkte. "Kundennähe und Wachstum in Partnerschaften - das ist das Erfolgsmodell der EnBW und dieses werden wir auch in Zukunft konsequent fortsetzen", sagte Goll.

So habe sich die EnBW im vergangenen Jahr bewusst für eine strategische Partnerschaft mit der EDF entschieden. Seit Februar 2001 ist der größte europäische Stromversorger mit insgesamt 34,5 Prozent an der EnBW beteiligt. Die Partnerschaft mit der EDF lebe davon, dass die EnBW einerseits eigenständig und unternehmerisch verantwortlich ihre Führungsaufgaben wahrnehme und andererseits bereit sei, definierte Aufgabenverantwortlichkeiten für die gesamte EDF-Gruppe zu übernehmen. Nach den Erfahrungen des ersten Jahres könne die EnBW die Zusammenarbeit mit der EDF als außerordentlich erfolgreich beschreiben. Für die Zukunft werde die Partnerschaft mit der EDF strategisch weiter ausgebaut.

Nach den Worten Golls war das wichtigste Ereignis 2001 die Entwicklung der Partnerschaft mit der NWS Neckarwerke Stuttgart AG. Die NWS sei ein gutes Beispiel für das bereits geknüpfte und weiter wachsende EnBW-Netzwerk innerhalb Baden-Württembergs. Auch die 29,9-prozentige Beteiligung an der Stadtwerke Düsseldorf AG und die Bildung der gemeinsamen Tochter ENRW GmbH stünden im Zusammenhang mit der strategischen Ausrichtung der EnBW. Das vereinbarte Partnerschaftskonzept sehe ausdrücklich eine weitere Stärkung und Fortentwicklung der Stadtwerke Düsseldorf als selbständiges Unternehmen vor. Das gemeinsame Tochterunternehmen übernehme künftig die Beratung und Betreuung von Großkunden.

Darüber hinaus sei der EnBW mit dem Einstieg beim viertgrößten spanischen Energieunternehmen, Hidrocantábrico, der Einstieg in den attraktiven spanischen Wachstumsmarkt gelungen. Goll verwies zudem auf das Engagement der EnBW in der Schweiz - in diesem Markt will sich die EnBW zeitig positionieren. Gleiches gelte für den sich "eher zäh" entwickelnden Gasmarkt. Gemeinsam mit der italienischen ENI wolle die EnBW hier die Mehrheit an der Gasversorgung Süddeutschland GmbH (GVS) übernehmen.

Trotz einer schwierigen gesamtwirtschaftlichen Lage sei die wirtschaftliche Situation der EnBW sehr erfreulich. Goll verwies auf ein deutliches Umsatz- und Ertragswachstum. So wuchs der Umsatz der EnBW-Gruppe - ohne Stromsteuer - um 34,9 Prozent auf 7,9 Milliarden Euro. Der Konzern-Jahresüberschuss stieg um 51,5 Prozent auf 272 Millionen Euro. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit verbesserte sich um 22,8 Prozent auf 306,5 Millionen Euro. Damit habe die EnBW auch im vierten Jahr des liberalisierten Energiemarktes erfolgreich ihren Wachstumskurs fortgesetzt.

Auch im Kerngeschäftsfeld Strom habe die EnBW in allen Kundenbereichen zugelegt. Insgesamt wuchs der Stromumsatz nach Abzug der Stromsteuer um eine Milliarde Euro oder um 25,6 Prozent auf 5,23 Milliarden Euro. Der Gasumsatz hat sich von 316 Millionen Euro auf 689 Millionen Euro mehr als verdoppelt. Insgesamt wuchs der Energieumsatz der EnBW Gruppe um 1,5 Milliarden Euro beziehungsweise um 32,8 Prozent von 4,6 Milliarden Euro auf sechs Milliarden Euro.

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