Einigung

EnBW kauft Anteile an zwei E.ON-Kraftwerken

Die Energie Baden-Württemberg AG (EnBW) hat vom Energiekonzern E.ON Anteile am Kohlekraftwerk Lippendorf in Sachsen und am Kohlekraftwerk Bexbach im Saarland erworben. Darauf hätten sich beide Unternehmen schon vor Monaten geeinigt, hieß es.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Karlsruhe (ddp/red) - Dabei handle es sich um die 50-Prozent-Beteiligung von E.ON am Block S in Lippendorf und um einen 8,3-Prozent-Anteil in Bexbach, teilte EnBW am Freitag in Karlsruhe mit. In Lippendorf waren der baden-württembergische Energiekonzern und E.ON bislang gemeinsam Anteilseigner. Mit dem Erwerb gehört Block S nun zu 100 Prozent dem EnBW-Konzern.

EnBW stärke damit seine Erzeugungsposition, teilte das Unternehmen weiter mit. Die beiden Energieriesen hatten sich den Angaben zufolge grundsätzlich bereits im Dezember 2008 in einer Absichtserklärung auf das Geschäft verständigt. Jetzt wurde der Vertrag unterzeichnet. Die Transaktion gehört zu den Maßnahmen, die der in Düsseldorf sitzende E.ON-Konzern der Europäischen Kommission zur Wettbewerbsförderung zugesagt hatte.

Das Braunkohlekraftwerk Lippendorf befindet sich rund 15 Kilometer südlich von Leipzig. Mit dem Erwerb des E.ON-Anteils verfügt EnBW dort nun über eine Leistung von mehr als 880 Megawatt. Ein weiterer Block in Lippendorf gehört dem Energiekonzern Vattenfall, der das Kraftwerk auch betreibt. Das Steinkohlekraftwerk Bexbach liegt an der Saar und hat eine Leistung von 773 Megawatt. Dort besitzen nach dem Ausstieg von E.ON nun neben der EnBW noch die Unternehmen Evonik und STAWAG Anteile.

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