Bundesregierung

EnBW-Chef schließt Stilllegung von Kernkraftwerken nicht aus

Der Ton zwischen Bundesregierung und Kernkraftwerksbetreibern wird unversöhnlicher. EnBW-Chef Hans-Peter Villis schließt das Abschalten einzelner Anlagen nicht mehr aus. Damit reagierte Villis auf die Single der Bundesregierung zum Thema Brennelementesteuer und zu den zusätzlichen Beiträgen zum Ausbau der erneuerbaren Energien.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/red) – "Wir haben der Politik nie damit gedroht, Kernkraftwerke stillzulegen. Aber es muss auch für uns der Grundsatz gelten dürfen, dass wir Anlagen nur betreiben, wenn das betriebswirtschaftlich dauerhaft sinnvoll ist. Wenn das in Deutschland nicht mehr möglich ist, bleibt uns keine andere Wahl, als eine Stilllegung von Anlagen zu prüfen", sagte Villis dem "Handelsblatt".

Signale der Bundesregierung

Villis reagierte damit auf die Signale der Bundesregierung, neben einer Brennelementesteuer in Höhe von 2,3 Milliarden Euro jährlich von den vier Kernkraftwerksbetreibern zusätzlich Beiträge zum Ausbau der erneuerbaren Energien zu verlangen. Über Umfang und Ausgestaltung dieser Beiträge herrscht im Moment noch Unklarheit "Die Gemengelage ist für uns unübersichtlich. Die zum Teil widersprüchlichen Aussagen in der aktuellen energiepolitischen Diskussion sind ein Problem. Etwas mehr Verlässlichkeit würde helfen", sagte der EnBW-Chef.

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