EnBW-Chef Goll zu EDF-Beteiligung: "Niemand wird uns mehr umblasen können"

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Nach der Entscheidung des Bundeslandes Baden-Württemberg, die Endverhandlungen über den Verkauf des Landesanteils an der Energie Baden-Württemberg AG (EnBW) mit der Electricité de France (EDF) aufzunehmen - es geht um einen Anteil von 25 Prozent -, hat heute EnBW-Vorstandschef Gerhard Goll Stellung zum Verkauf genommen. "Von dieser Entscheidung profitieren viele, vor allem aber unsere Kunden", so Goll. Die EnBW werde "noch stärker und leistungsfähiger werden", als sie es jetzt schon sei. Goll wörtlich: "Und wir werden stabil und verlässlich bleiben, auch wenn sie die Wettbewerbsbedingungen nochmals verschärfen sollten. Kurz: Niemand wird uns mehr umblasen können".


Ausdrücklich bekannte sich Goll auch zum EnBW-Standort Baden-Württemberg. "Mit unseren vielen kommunalen Aktionären bleiben wir auch in der Zukunft ganz klar ein deutsches und vor allem ein baden-württembergisches Unternehmen mit engsten Verbindungen zu den hiesigen Stadtwerken. Wir bekennen uns aber auch dazu, denjenigen Aktionären, die veräußern wollen, dies zu angemessenen und attraktiven Bedingungen zu ermöglichen".


Die Ankündigung des größten EnBW-Aktionärs, der Zweckverband Oberschwäbische Elektrizitätswerke (OEW), kooperativ mit der EDF zusammenarbeiten zu wollen, wurde von EnBW-Chef Goll begrüßt: "Das Zusammenwirken dieser beiden Aktionäre sichert unsere Zukunft, unser Wachstum, unsere Arbeitsplätze, den Wert unserer Aktien", sagte er. Die OEW verhandelt mit den Franzosen über eine Aktionärsvereinbarung, die sicherstellen soll, dass die Stimmrechte gemeinsam ausgeübt werden. Ebenso pikant wie verlockend: Angeblich will die EDF der OEW, die 34,7 Prozent der ENBW-Aktien hält, für die Abgabe der Stimmrechte jährlich 100 Millionen Mark zahlen...


Klare Verhältnisse auf der Eigentümerseite sind unerlässlich", blickte Goll hinsichtlich der mittelfristigen Perspektiven voraus. Und: "Das Unternehmen sollte nicht mehr auf den politischen Seiten der Zeitungen, sondern dort besprochen werden, wo es hingehört: in den Wirtschaftsteil". Auch zur Höhe des Preisangebots äußert sich Goll positiv: "Das Land und unsere übrigen Aktionäre können sich wirklich freuen. Wir sind deutlich höher bewertet als unsere deutschen Wettbewerber. Das ist ein Beweis für die Leistung, die das Unternehmen vollbracht hat und ein Ausweis für die Chancen, die für dieses Unternehmen in der Zukunft liegen". Der Kaufpreis für den Landesanteil liegt bei rund 4,7 Milliarden Mark.

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