EnBW-Chef Goll: "EnBW steht zu ihrem Interesse an Hidrocantabrico und zu dem abgegebenen Angebot"

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com
Zu Spekulationen, wonach die Energie Baden-Württemberg AG (EnBW) wegen ihres zukünftigen Mitaktionärs EDF ihr Engagement um das spanische Energieunternehmen Hidrocantabrico beenden wolle, erklärte der EnBW Vorstandsvorsitzende Gerhard Goll soeben mit klaren Worten: "Die EnBW steht zu ihrem Interesse an Hidrocantabrico und zu dem abgegebenen Angebot". Goll erläuterte das Engagement der EnBW in Spanien mit vier Punkten.



Demnach sei die Position der EnBW zuvorderst "klar, eindeutig und unverändert". Nach mehreren Gesprächen mit der spanischen Regierung habe sich die EnBW zu einer Partnerschaft mit dem spanischen Unternehmen Ferroatlantica entschieden, das seinerseits einen Mehrheitserwerb von Hidrocantabrico anstrebe. "Im Erfolgsfalle wollen wir uns partnerschaftlich an Ferroatlantica beteiligen und mit diesem Unternehmen, dem Management und den übrigen Aktionären von Hidrocantabrico den asturischen Versorger zum "David" der Branche auf der Iberischen Halbinsel entwickeln", so Goll.



Im Konsens mit der EnBW habe Ferroatlantica ein Angebot über 25,8 Euro pro Aktie abgegeben, verbunden mit der Bedingung, dass es auf diese Weise gelinge, mindestens 60 Prozent der Hidrocantabrico-Aktien zu erwerben. "Die Börsenaufsicht hat Ferroatlantica aufgefordert, auf diese Bedingung zu verzichten. Dies ist angesichts der komplizierten Stimmrechtsverhältnisse im Aktionariat von Hidrocantabrico unseres Erachtens derzeit nicht verantwortbar; jedenfalls solange nicht, als noch kein Übereinkommen mit anderen wichtigen Aktionären von Hidrocantabrico bestehen", sagte Goll. Diesen Sachverhalt habe man der Börsenaufsicht auch mitgeteilt.



"Wir tun alles, um solche Übereinkommen zu erreichen", sprach Goll den dritten Punkt an. Der Bieterprozess um Hidrocantabrico sei nicht abgeschlossen, und die EnBW habe sich weder aus ihm zurückgezogen, noch sei man von ihm ausgeschlossen worden, "schon gar nicht wegen des Verkaufs von EnBW Aktien an EDF". Dieser Sachverhalt sei allen Beteiligten bekannt. "Bei allen bisherigen Aktionen war unterstellt, dass die EU-Kommission diesem Kauf zustimmen wird, was jetzt geschehen ist. Die Zustimmung der EU-Kommission ist in dem Verfahren also kein Element, das irgend eine Veränderung bewirken würde. Die Eigenständigkeit der EnBW ist auch für die Zukunft gesichert", so Goll.



Viertens werde die EnBW in Zukunft wie in der Vergangenheit "ein glaubwürdiger und berechenbarer Geschäftspartner" sein. Dort, wo das Unternehmen Partnerschaften eingegangen sei, müsse man freilich stets im Konsens mit den Partnern handeln, sei man auf diesen Konsens angewiesen. "Dies gilt natürlich auch in Bezug auf Ferroatalantica und die dahinterstehende Unternehmensgruppe Villar Mir", so Goll abschließend.

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